Mittwoch, 11. März 2009

Best of...

...heißt es in den Galerien “kunstraum" und “Klose", die auf der Rüttenscheider 56 zwei Etagen mit ausgewählten Positionen aus dem Programm des Hauses bespielen. Eine Bestandsaufnahme ist es zum Jahresbeginn rund um die Fragen der Malerei: Welche Bedeutung hat das mit Bedacht gemalte Bild im massenmedial rotierenden Zeitalter, das Bilder mit solch einer Geschwindigkeit ausspuckt, dass der Betrachter Einhalt ruft? Was kann Kunst in einer Zeit bewirken, wo alles reproduzierbar, alles gesagt ist und dennoch die Wirklichkeit mit ihren Widersprüchen fast auseinanderfällt?
So unterschiedlich die hier gezeigten Positionen sind, so zeigen sie nicht nur eine subjektive Sicht der Welt, sondern reflektieren das, was uns täglich, wenn wir innehalten, befällt:  Zweifel, eine kleine Müdigkeit, der Schreck oder einfach nur eine gehörige Portion  Distanz, die wir brauchen, um zu sehen, wie es wirklich läuft in dieser Welt.

Martin Herler erzählt von den soziale Schattenseiten im “Drachenland", indem er Alltagsimpressionen aus dem Reich der Mitte in blühende Farblandschaften verwandelt. Uwe Gross mischt Märchen und Mythologien mit Alltagsrelikten von heute zu surreal ortlosen Zeitgeschichten auf und der Australier James Larsen vermalt Menschen, Natur- und Architekturfragmente im grafisch bunten Pop-Art Stil zu exotisch mysteriösen Poesiestücken , von denen man weiß, sie münden im Nirgendwo. Und dennoch kommen sie aus dieser Welt. Tannen, Gebüsch, Telegrafenmasten säumen tafelbildgroß Mutters Haus, eine rosafarbene Reiterbrigade zieht aus, Kinder spazieren arglos irgendwo im Wald. Der Assoziation sind Tür und Tor geöffnet, je weiter man sich ihr überlässt, desto ungemütlicher wird es.

In der oberen Etage stellt die Galerie Klose klassische Moderne neben klassische Gegenwartskunst. Den Auftakt macht Max Uhlig¹s großes “Frontales Portrait" aus kreuz und quer geschlagenen Pinselstrichen - die Farbe tropft nicht, sondern läuft in Schlieren an der aufgewühlten Figur entlang - , gegenüber an der Wand korrespondiert ein kleinformatiges, aus Farbwülsten hochreliefartig gebautes Bild ­ oder ist es schon ein Objekt? - das man nur aus der Entfernung als das von Henry Miller identifizieren kann. Was in der Distanz als Figur erscheint, ist in der Nähe ein massives Gebilde aus Farbe, die bis fünfzehn Zentimeter hoch sich aus der Leinwand schält. Das Kontrastprogramm zur kraftvoll reduzierten Ausdrucksgeste eines Anton Petz stellen fotorealistisch vermalte Stillebenszenen von Peter Handel dar oder die zarten aus pechschwarzen Grund aufschwebenden Gesichter von
KwangSung Park. Schemen aus einer anderen Welt ebenso wie die aus edlen, feinsten Hölzern glatt polierten langbeinigen Skulpturen von Jörg W. Schirmer? Spannend jedenfalls ist der Dialog, die Unterschiedlichkeit und Qualität der ausgestellten Arbeiten.

bis Ende März, Kunstraum und Galerie Klose, Rüttenscheider Straße 56, di-fr
11-18.30. sa 10-15 Uhr

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