Donnerstag, 26. März 2009

Klassische Moderne und Kunst nach '45

...verspricht diese Ausstellung mit ihrem repräsentativen, breit gefächerten Überblick mit Positionen der figurativen, der abstrakten, der klassischen und aktuellen jungen Gegenwartskunst. Und das Versprechen hält sie auch!

August Macke, Christian Rohlfs, Otto Modersohn, Erich Heckel, Oskar Kokoschka, Emil Nolde, K.R.H. Sonderborg, Christian Schad, Günther Uecker, Heinz Mack ... die Liste der ausgesuchten Exponate ist hochkarätig, so wie die Künstler, die man auf den ersten Blick zu kennen meint, beim weiten jedoch neu entdeckt! Denn die Selektion der Arbeiten aus Beständen der traditionsreichen, seit 3 Jahren neu etablierten Galerie zeigt manch untypischen Aspekt im Werk bekannter Größen auf: Nicht die lichtdurchfluteten Landschaften oder Aquarelle des Tunis erlebenden August Macke werden gezeigt, sondern kleinformatige, unbekannte Bleistiftskizzen, Portraits des zeichnenden Künstlers, die seiner Schwester oder des lesenden Freundes Josef Cordner. Der experimentell taxierende, aus verschiedenen Perspektiven forschende Blick macht diese feinlinigen, silbrigen Skizzen so spannend: die zeichnende Künstlerhand und ein Profil, das sich verdoppelt, überlagert und zu verselbständigen scheint. Von Nolde gibt es einen intensiv farbigen ausdrucksstarken “Kinderkopf", von Otto Modersohn frühe Landschaften und Häuser im Teufelsmoor und Christian Rohlfs ist mit erdigen späten Landschaften vertreten.

Die geometrischen konkav oder konvex gekrümmten aus transparenten und Spiegelelementen konstruierten Hohlspiegel Adolf Luthers verzerren, erweitern, reflektieren den Raum. Ebenso der Lichtflügel von Heinz Mack. Metallisch gewellt mutet er an wie ein zartes Kleid oder wehendes Tuch, das man am liebsten von der Wand nehmen und einstecken möchte.

Christiane Laun und Vera Leutloff sind die jüngsten hier vertretenen Künstlerinnen, mittlerweile weit über die Grenzen ihrer Düsseldorfer Heimatstadt hinaus bekannt. Sie stellen farbig geschichtete Landschaften und freie abstrakte Kompositionen vor, klar gegliedert und schwebend entgrenzt, eine malerische Antwort auf die den Raum durchdringenden Objekte von Luther und Mack.

Bis 9.5.09, Galerie Neher, Kaninenberghöhe 8, di-fr 11-18 Uhr u.n.V.

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