Dienstag, 26. Mai 2009

Wolfgang Troschke im Juni bei Heimeshoff


1878 unter dem Namen Heimeshoff wurde Essens älteste Kunsthandlung gegründet, die sich ab 1945 auch die Präsentation zeitgenössischer Kunst auf die Fahnen schrieb mit Vorliebe für minimalistische und gestische Abstraktion. Heute führt Roger Schimanski unter der Bezeichnung „B7“ die Regie und präsentiert neben Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst auch die aus dem eigenen traditionsreichen Bestand. Informel, Zéro, Skulptur, Malerei, Fotografie damit wechseln die sachlich aufeinander abgestimmten lichten Räume des ehemaligen Ladenlokals ständig ihr Gesicht.

So wurde die Eröffnungsausstellung in der Brigittastraße von Stefan Pietryga als Abfolge aus vier ineinander übergehenden Raumbildern inszeniert, in denen Malerei und Skulptur konstruktive Wechselwirkungen eingingen, während Gisoo Kim Räume zu „Neuen Realitäten“ türmte in flachen, aus Fotos vernähten Collagen. Oder Dirk Hupe, der mit raumfüllenden fast monochrom glänzenden Farbtableaus aus Folien, Lack und Acryl den Betrachter auf der Suche nach neuem Sinn leitet.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Galeriebesuch auch vor der Ausstellungseröffnung von Wolfgang Troschke am 12.6.09. Denn es gibt dort viel zu sehen: ca 40 Werke von 20 Künstlern, Bekanntes, Unbekanntes, Klassik und Moderne in neuer Konstellation! Es passt, denn es korrepondiert! Von Gerhard Hoehme bis K.O. Götz, Asiatica aus Terrakotta aus der Han Dynastie, eine kniende Hofdame, ein kostbares Vorratsgefäß, das Buch aus Marmor oder ein genageltes Pferd, das seinen Ursprung aus der Hand der Gegenwartskünstlerin Sinen Thalheimer erst auf den zweiten Blick verrät. So archaisch wirken ihre modern distanzierten Stelen, dass sie auch die Gegenüberstellung mit dem Werk des Künstlers Wang Shugang nicht scheuen. In 20 kleinen Bambuskäfigen stellt er Szenen des chinesischen Alltags anhand roter Keramikfigurinen vor: Geschäftsleute, den Vogelverkäufer, den Meditierenden, zwei Hockende in lebhaftem Gespräch, die auf der Bambusmatte Schlafenden. Und in einer ganz anderen Ecke der Galerie ein fegender Mönch in rotem Gewand aus Terrakotta gebrannt.

Galerie Heimeshoff / B7, Brigittastraße 7

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