Freitag, 5. Juni 2009

Kinder aus einer kalten Welt


Wesen zwischen Zeit und Raum, menschlich und doch am Computer geklont, entsprungen einer Sciencefiction-World oder der eines süßen Traums? Schlafwandlerisch  selbstsicher, verschlagen, verspielt und fragil sehen sie aus, tragen Waffen und Blüten, bekämpfen und lieben sich. Diese Kinder kuscheln in Zelten und  taumeln einsam umher, was sie wollen, wissen sie nicht. Ein Irrlichtern ohne Zweck und Ziel mag ihr Leben sein, fern des Planeten, der sie einst gebar. Traum und Alptraum, eine Neverending-Story zugleich?
Eine Festlegung seiner Bilder möchte der chinesische Künstler nicht. “Einer, dem es nichts ausmacht zu fallen, weil er jung ist," so der Titel eines fotorealistischen Selbstportraits. 1975 in Chengdu geboren schloss Wei Jia 1999 seine Akademielaufbahn ab, schoss auf zum Künstler der “nächsten Generation". Der, die die Zukunft vor sich hat. “Doors to an alternative world", Pforten zu einer anderen Welt schlägt er jetzt auf, einer Welt voller Einsamkeit und ohne Licht; einer ungreifbaren Spiegelwelt, die es neu zu ordnen gilt. Damit ihr spukiges Traumgesicht sich verwandele in eines, das Spuren von Leben trägt. Starke, mysteriöse, melancholische Bilder sind es, die der Chinese fixiert in Farbschlieren, in kleinen und großen Explosionen über ein figuratives Fundament von Zeichnung verteilt - romantisch reale Chimären aus einer kalten Welt, die es zu bestellen gilt. Schnell, bevor sie endgültig erstarrt. Bis 19.6., Galerie Schlag, di-fr 11-19, sa 11-16 Uhr, Meisenburgstraße 173

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