Donnerstag, 2. Juli 2009

Summertime and life is easy...


Die Kunst und ihr äußerer Rahmen gingen eine perfekte Symbiose ein bei der Ausstellungseröffnung der Galerie Frank Schlag mit Sommerfest, Brunch und Wein, Kaffee, Kuchen und Kindertombola. Eine Sommerausstellung wie sie schöner kaum sein kann in der im Grün gelegenen Gründerzeitvilla mit über 100 Besuchern, kulinarischen Highlights und Gesprächen bei schönem Wetter bis spät in den Abend hinein! Wirklich gelungen auch die Zusammenführung der Künstler Frank Michael Zeidler, Vorsitzender des Deutschen Künstlerbunds aus Berlin, und der Penck-Meisterschülerin Andrea C. Hoffer, die in Düsseldorf und Tobago lebt! Künstlerische Positionen, die unterschiedlicher kaum auftreten können, wurden zum Austausch gebracht: abstrakt reduziert die eine, figurativ aus der Fülle des Lebens schöpfend die andere. Beide beherrschen die malerischen Mittel meisterhaft. Und beide entführen in Sphären, wo man sich gern aufhält: Weil sie die Phantasie beflügeln und Ausgleich schaffen zu dem, was man gern hinter sich lässt. Indem sie Farben zum Gleichklang bringen, Räume entgrenzen und Freiraum schaffen. 
Ein zartes helles Gelb mit Einsprengseln von Braun, Blau und Rot, ist das Äußerste, was Frank Michael Zeidler, Zeichner, Maler, Multimediakünstler seit fast 10 Jahren an Farbe verträgt. Weil diese Farbe die hellste, die empfindlichste, dem Licht am nächsten kommende Farbe ist, deren "heitere, sanft reizende" Wirkung Goethe anders als z.B. Kandinsky empfand. Gegensätzliche Kräfte, die Zeidler vorher in Schwarz-Weiß beschrieb, konzentrierte er ab 2000 in den "Gelblingen" wie er diese Bilder nennt. Keine festen Gebilde, sondern Farb-Raum-Bewegungen fixiert er am Rande der Wahrnehmbarkeit, Erinnerungen, Schwebezustände, Formen von Leere, ohne die keines seiner Bilder leben kann. Abgrenzung, Entgrenzung der Blick des passionierten Fliegers geht in diese Arbeiten ein, manche wirken wie Landschaften in hellem Sonnenlicht. Interieurs mit Stillleben, fließende Räume, Motive aus Europa und der Karibik, Erinnerungen oder Alltagsimpressionen, "die zu ihr kommen, warten, irgendwann vermalt werden", um dann in phantastisch realen Bildern ein Eigenleben zu entfalten, Gegensätze auszugleichen und unmögliche Räume in einer kunstvollen Zwischenwelt zusammenzuführen. Die Bewusstseinsstromtechnik, ein in der Literatur seit James Joyce gefeiertes Stilmittel zur zusammenfassenden Darstellung subjektiven Erlebens wird von Andrea C. Hoffer in der Malerei etabliert. Luftdurchwehte Räume, geöffnete Türen und Fenster, transparente Flaschen, Totenschädel, totemartige Gegenstände, menschliche Spuren, eine Jacke locker am Haken, ein Gewehr, ein Buch, zerknautschte Sitz- oder Liegeflächen gehen auf in transparent dosierten, doch kräftigen Farben und schwankenden Perspektiven. Hingehen und sich einfangen lassen! Bis 14.8., Galerie Frank Schlag, Essen, Meisenburgstraße 173

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