Sonntag, 29. November 2009

Eine Kette von Geschenken



Eine Kette von Geschenken löst die Aktion Wundertüte aus, bei der in der GAM Galerie Obrist jährlich zur Weihnachtszeit Kunst in Tüten unter die Kunden gebracht wird. Nicht ganz umsonst, aber für nur 36 Euro ist sie zu haben! Das schon ist fast ein Geschenk des Galeristen an seine Kunden, denn 36 Euro für ein Stückchen Kunst, ein Unikat, ist auf jeden Fall das Schnäppchen Wert. Der Clou dabei ist: Der Kunde weiß nicht, was er kauft. Das Original ist in der verschlossenen Tüte versteckt, darauf der Name des Künstlers, dessen Werk der Käufer kennt, sofern er Galeriegänger ist. Ertasten kann man allenfalls, ob in der packpapierbraunen Verpackung etwas Plastisches oder eine Papierarbeit ist.

Ob das Geschenk ein Danaergeschenk ist, entpuppt sich zu Hause, umtauschen jedenfalls kann man es nicht. Allenfalls weiter verschenken. Doch das wollen die meisten Kunden nicht, denn, wer einmal Kunst besitzt, gibt sie nicht gern her. Weil sie unter der Hand unkontrollierbar ihre Wirkung entfaltet und sich in der kleinen Größe überall im Haushalt integriert. Gewarnt sei davor, Sammler zu werden!

Doch jetzt der zweite Clou: Was in den Tüten ist, ist gut! Jeder der Künstlerinnen und Künstler, ausnahmslos jeder gibt sich Mühe mit dem, was er seinem Galeristen schenkt. Nicht nur weil er das Vertriebssystem der Galerie zum Lebensunterhalt braucht, sondern auch, weil jedes Objekt Werbung ist, mehr zu kaufen. Und weil es die Arbeit des Künstlers von einer ganz anderen Seite zeigt. Skizzen, Studien oder eigens für die Aktion gefertigte Arbeiten enthalten die Tüten. "Ich konnte mich kaum entscheiden, was ich abgeben wollte, weil gerade Skizzen und Studien hohen Erinnerungswert haben, zumal, wenn die Arbeit verkauft ist. Und so entschloss ich mich, für die Wundertütenaktion kleine Arbeiten neu anzufertigen." Wer Jörg Schirmer kennt, weiß, dass er große Holzskulpturen baut und hat vielleicht seinen spektakulären Krisenengel auf der Contemporary Art Ruhr gesehen: Fast 2 Meter groß, ein androgynes, anthropomorphes Mischwesen - gold schwarz geflügelt verkündete es das Ende der Krise der Kunst.
An der 9. Wundertüten-Edition haben fast 30 Künstler teilgenommen.
Aktuell werden weiterhin gezeigt Arbeiten von Robin Horsch.

Robin Horsch bei GAM Galerie Obrist, bis 31.12.09, Kahrstr. 59, di,do,sa 10-15.00, mi-fr 12-19 Uhr

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