Dienstag, 1. Dezember 2009

Vortrag von Harald Welzer: "Der Vermeer-Code"



Am Dienstag, 15. Dezember 2009, 19:30 Uhr, Vortrag "Der Vermeer-Code" von Prof. Harald Welzer im Kunstverein Ruhr, Kopstadtplatz 12, 45127 Essen, Telefon: 0201-22 65 38 - Empfehlung von Gerd Schütte.

Die zentrale Glaubensüberzeugung der Kunstgeschichte lautet, dass ein Kunstwerk immer in seinem Kontext gesehen werden muss, also im Rahmen seines sozialgeschichtlichen Entstehungszusammenhangs, der Kunst seiner Zeit und, nach Möglichkeit, der zeitgenössischen Wissens- und Kenntnismöglichkeiten des Künstlers. Das stimmt aber vielleicht gar nicht. Denn es könnte ja durchaus sein, dass das Künstlerische an der Kunst sich genau darin bestimmt, dass es unabhängig von solchen Kontextfaktoren ist. Es ist wahrscheinlich auch kein Zufall, dass Gerhard Richters „Lesende“, die zum ersten Mal 1994 im Kunstverein Ruhr ausgestellt worden ist, Verbindungen zum „Brieflesendes Mädchen am Fenster“ von Jan Vermeer aufweist. Denn letzteres hängt in der Galerie alter Meister in Richters Heimatstadt Dresden…

Prof. Dr. Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Die wichtigsten Veröffentlichungen aus den letzten Jahren sind: Das Kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung. München: Beck 2005; Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Frankfurt/M.: Fischer 2005; Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird. Frankfurt/M.: Fischer. Daneben hat er zahlreiche Ausstellungen kuratiert und schreibt regelmäßig über zeitgenössische Kunst.

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