Freitag, 29. Januar 2010

László Lakner and friends



...genauer gesagt László Lakner und ehemalige Schüler, die freundschaftlich verbunden sind, werden in der Galerie GAM gezeigt.

Die Ausstellung, eine Hommage an das Werk des 1936 in Budapest geborenen, von 1982 bis 2000 in Essen Malerei unterrichtenden Künstlers, zeigt Beeinflussung und Adaption seines Schaffens durch einander gut bekannte Künstler auf, Künstler, die sich von ihrem Lehrer gelöst und seine Ideen in andere Kontexte übertragen und dort verändert haben. Das verbindende Thema ist die malerisch abstrakte Umsetzung von visuellen und textualen Zeichen sowie die Fragestellung, wie sie in Malerei ein- oder in ihr untergehen, bzw. wie sich Bild und Schrift, Bedeutung und grafische Zeichen unabhängig und frei von ihrem ursprünglichen Zusammenhang behaupten. Es geht also auch um das Verhältnis von Bild, Idee und Bedeutung, um Theorie und Praxis im künstlerischen Prozess.

Lakners ultramarineblaue Buchübermalungen von Adornos Schriften zur Musik treffen auf die aktuellen, stählernen, monochrom mit Farbpulver beschichteten Buchobjekte von Jürgen Paas. Oder Lakners Inkongruenz von Text und Bild wird von Dirk Hupe in einer Sprachraum-Installation im ursprünglichen Sinn des Wortes aufgenommen. Im Kabinett der Galerie hängen, wie in einem Labyrinth, indirekt beleuchtete Folien mit Buchstabenfragmenten, deren Bedeutungslosigkeit der Betrachter neu zu ordnen
versucht, - natürlich ohne Erfolg. Denn hier hat sich der Bedeutung von Sprache und Schrift zugunsten der Autonomie visueller Zeichen verselbständigt.

In einem anderen Ausstellungssegment korrelieren Lakners initiale Zündungen in Form eines bedeutungsträchtigen Goethezitats mit den grafischen Lineaturen von Eberhard Ross. Ihm geht es jedoch um den Zusammenhang intuitiv erfahrener Strukturen und deren universeller Bedeutung, ihrem Auftauchen in der Natur und in der menschlichen Wahrnehmung. In klein- und großformatigen, klassisch anmutenden Bildern hält er sie mit Öl auf Leinwand, Holz oder Aluminium zur langsamen, detaillierten Anschauung fest.

So theoretisch die Ausstellung ist, bei der Eröffnung ging es anders zu. Künstler, Sammler, Kunden, Freunde, Galeristen - das Publikum war zahlreich und außergewöhnlich bunt.

Bis 13.03.2010, Galerie GAM, Kahrstr.59, di, do, sa 10-15, mi,fr 12-19 Uhr

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