Freitag, 29. Januar 2010

Weibsbilder...

so der Ausstellungstitel, werden in der Galerie Klose gezeigt, Positionen von sechs Künstlerinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, die aber dennoch Gemeinsames aufweisen. Einen weiblichen Blick auf die Wirklichkeit vielleicht, diesen viel beschworenen, unspezifischen, schwer nachweisbaren Blick, mit dem Frauen ihre Umgebung prüfen, um sie dann hinter sich zu lassen; um neue Wege zu beschreiten. War dieser Blick in den frauenbewegten 70-ern ein kritisch skeptischer, ist er heute positiver, selbstbewusst, ironisch. Ein Zeichen dafür, dass der Aufbruch zur Emanzipation Ergebnisse zeigt.
 Was also stellen die Frauen von heute dar, bekannte Künstlerinnen und die, die es werden wollen? Dynamisch gemalter "Barock-Pop" ist es bei der in Ungarn geborenen Max Uhlig und Jörg Immendorff Schülerin Sala Lieber. Kunstgeschichtliche Zitate, Putten, Engel, den Höllensturz oder christliche Paradiesvorstellungen, verknüpft sie mit Motiven ihrer Welt, scheut weder Gold, noch Ornament oder realistische Details und fügt sie zu bewegungsreichen großformatigen dekorativen Bildern zusammen. Joanna Jesse verwandelt in ihren "Stagediving" Bildern flüchtiges, erinnertes Alltagsleben in ein wirbelndes Spiel aus Farbe, Licht und Figurendarstellung, das sie in ebenso perspektivischen wie farblich abstrahierten Räumen fasst. Ähnlich geht Ellen Dederichs vor, die Statisches und Flüchtiges, Bewegung und Stillstand in rhythmisiert reflexiven Szenen verbindet: die nächtliche Fahrt durch Buenos Aires, ein Kirmesbesuch, Verabschiedung und Ankommen an irgendeinem Bahnhof der Welt. Angela Hampel hat bis 1984 an der Dresdener Kunsthochschule studiert, Punk, New Wave, die neuen Wilden stehen Pate in ihren Alugrafien und Bildern in Mischtechnik von Frauen in ihren Beziehungen zu Mythos, Mensch und Tier. Archaisch ursprüngliches ist gepaart mit Gesten und Blicken liebevoller Zuwendung. Kirsten van den Bogaard malt auf reflektierenden Dibond-Platten und vermischt technisch gekonnt figurative Malerei mit dem Illusionismus der Fotografie. Auf weißem Untergrund zeigt sie typisierte Repräsentanten unserer Alltagswelt: den Manager, den Sportsmann, eine junge shoppende Frau, jugendliche, auf dem Fahrrad oder auf einer farbigen Decke platziert. Wo das ist oder sein könnte, bleibt der Assoziation des Betrachters überlassen, denn Untergrund und Umraum bleiben undefiniert in reinem Weiß. Christa Bremer arbeitet mit dem Medium der Plastik, um Gesten und motionen, ihre Eindrücke vom Menschen und seinem Verhalten in der Gesellschaft in Bronze zu gießen, Spannungen und Harmonie in Flächen, Linien und Räumen zu fassen, die der Betrachter von allen Seiten umgehen muss, um sie in ihrer Allansichtigkeit zu erfassen.  

Bis 28.2.2010, Galerie Klose, Zweigertstr. 3-7, mo-fr 10-18.30, sa 10-15 Uhr

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