Donnerstag, 22. April 2010

Die Promisuche der Tenbuß-Twins


Diese Zwillinge haben sie alle vor der Linse gehabt: die Promis und Prominenten, die Stars und Sternchen, die  großen Ikonen und die Gesichter, deren Glamourfaktor schnell verlosch. Aus Politik, Wirtschaft, Musik und Film, vom Sport oder aus der Kunst kennen wir die Portraitierten, manche aus jungen, andere aus reifen Jahren, in  Tagen in Topform und solchen, wo man sich lieber nicht vor die Kamera traut. 
Charles Bronson, Christopher Lambert, Diego Maradona, Max Schmeling, Pélé, Udo Lindenberg, Jodie Foster oder Dustin Hoffmann sind fotografiert, Senta Berger, Conny Froboess, Monika Bleibtreu ebenso wie Politgrößen der Vergangenheit und Gegenwart: Helmut Brandt, Helmut Schmidt, Angela Merkel, Richard von Weizsäcker, Guido Westerwelle oder Prinz Charles. Das wohlgemerkt ist eine kleine Auswahl aus dem fotografischen Fundus der Tenbuß-Twins, den sie derzeit mit 280 Arbeiten in Farbe und Schwarz-Weiß in der Galerie Frank Schlag zeigen.

Keinen Moment ließen Christel und Margret Tenbuß aus, um bei Filmfesten oder Politveranstaltungen ihrem Faible für Prominenz zu frönen, um sie festzuhalten in Fotografien, die manchmal eher Schnappschüsse oder das Produkt eines glücklichen Zufalls sind. In dieser Ausstellung jedenfalls hat der Besucher Gelegenheit, Promis verstohlen weinen oder ungestört lachen zu sehen, denn die kleinformatigen Fotografien kommen ohne Kalkül und prätentiöse Geste aus, ohne Pose und werbewirksame Selbstinszenierung. Fotografien, die ursprünglich vielleicht gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren, sondern für die private Promileidenschaft der beiden prominentesten fotografierenden Autogrammjägerinnen, die ihrer leidenschaftlichen Berufung seit nunmehr 60 Jahren erlegen sind.
Mittlerweile haben sie damit selbst Fotografiegeschichte geschrieben. Eine, die in der offiziellen Kunst eher am Rande existiert und die geboren ist aus dem gesellschaftlichem mehr als aus fotografischem Talent; aus dem Wunsch, dem Objekt der Begierde nah zu sein, es menschlich und nicht im Rollenzwang befangen zu sehen. Daher und aus der großen Kontinuität rührt die Leistung der am 5.März 1936 in Gladbeck geborenen und heute in München lebenden Zwillingsschwestern. Mit ihren unzähligen Fotos dokumentieren sie Zeitgeschichte.
Die zweite große Ausstellung ist es, die der Galerist ihnen widmet, jede ein gesellschaftliches Event, zu dem sich auch das Fernsehen eingeladen hat. Eine ausführliche Dokumentation wird demnächst zu sehen sein.


Bis 22. Mai 2010, Galerie Frank Schlag, Meisenburgstraße 173,

Dienstag ­bis Freitag von 14.00 - 19.00 Uhr und Samstag von 11.00 - 16.00 Uhr

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