Donnerstag, 22. Juli 2010

Ricarda Fox mit neuen Ausstellungen

Zwei neue Ausstellungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dennoch thematisch ergänzen, zeigt Ricarda Fox: Arbeiten junger Folkwang-Studenten des Fachbereichs Illustrationen zum Kulturhauptstadtprojekt "Promethiade" im K29 und parallel dazu neue Arbeiten der in Baden-Baden lebenden Künstlerin Hilke Turré in Mühlheim. 
 
"Light my fire - auf der Suche nach Prometheus" heißt das Projekt von Prof. Martin tom Dieck und stellt eine zeitgemäße Illustration des Prometheus-Mythos mit öffentlichkeitswirksamer, plakativer Wirkung her. Die Frage, "wie sich im Prisma kalter Schlote und ambivalenter Helden eine Schöpfungsidee bricht" war Ausgangspunkt der ausgestellten Skizzen und Entwürfe von Folkwang-Studenten, die in der Galerie  K29 gezeigt werden. 
Verschiedene Darstellungstechniken kann man den auf grafische Wirkung bedachten Blättern entnehmen: Expressive bei Julian Baer, über dessen hockendem Engel Feuer schwebt, bei Jana-Lina Berlanbusch, deren Punker Technik aufsaugt, bei Valentina Boneva, Regine Schulz und Patricia Murawski. Glutrot glühende Gesichter, der Mensch, der nach der Sonne greift, ein Affe, der eine brennende Banane wie eine Fackel hält, ein Skelett, das seinen Schatten an Fäden balanciert. Abstrahierter wirken die Spielkarten von Florian Kremers, die Arbeit von Sarah Burek und das Weltentheater von Xenia Kelsch.
bis 31. Juli 2010, K29, Kreuzeskirchstraße 29, Essen 
 
Hilke Turré  - Balancen
Leicht in Farbe, Material und Rhythmus, harmonisch in Ausdruck und Form wirken die neuen Plastiken der Ravensburger Künstlerin Hilke Turré im sommerlichen Licht der Galerie Fox in Mülheim. Gezeigt wird ein aktueller Abschnitt im Schaffen der 65-jährigen Ravensburger Künstlerin, der eine neue, materialreduzierte Phase markiert. 
Wirkten ihre Materialcollagen bisher hermetisch wie in einem Kokon verschlossen, öffnen sie sich nun in den Raum mit tänzerisch balancierenden Schritten. Turner, Skateboardfahrer, Menschen am Trapez, im Gespräch und kommunikativen Haltungen engagiert, allein, in Gruppierungen gehängt oder auf Sockeln postiert. Das Akrobatenthema der klassischen Moderne mit Bezug auf Picasso und Max Beckmann wird aufgegriffen, aktualisiert, entmaterialisiert. Die Figuren schreiten, strecken, dehnen sich auf gebogenem Bronzegestänge, das mit farbigen Stoffen mit bunten Mustern und Ton umwickelt in Form und Spannung gebracht wird.
Widersprüchliche  Materialien gehen neue Verbindungen ein. Stofffetzen fransen aus der Tonummantelung heraus, verbergen ihre hohen Preise und seltenen Muster, die die Künstlerin aus der gesamten Welt  bezieht. Die scheinbare Leichtigkeit der Objekte stellt sich bei genauem Hinsehen als ein wohl komponiertes Gefüge dar, das nur durch die exakte Ausbalancierung spannungsreicher Einzelelemente im Gleichgewicht bleibt. 
"Nur ein Mensch von höchster und glücklichster geistiger Ausgeglichenheit versteht es, auf eine Weise fröhlich zu sein, die ansteckend wirkt, das heißt unwiderstehlich und gutmütig." Dieses Zitat von  Dostojewski ist der Ausstellung vorangestellt. 
 
Bis 10. September 201o, Galerieferien: 25.08. - 08.09, Liverpoolstraße 15,
Mülheim, 0208-3787734

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