Dienstag, 20. Juli 2010

Rock, Pop und Punk


Dennis Hopper in den 80er Jahren, entspannt in einem Moment, in dem er die Kamera offensichtlich nicht bemerkt, Nina Hagen in schräg-schrill verdrehter Yogaposition, Blixa Bargeld wie durch ein Froschauge in Schrägperspektive herangezoomt, Nick Cave festgehalten genau in der Sekunde, bevor die Tür vor  dem Fotografen zugeschlagen wird. Auch die anderen Größen der Rock, Punk-, Independence-Szene der 80er, Einzelne wie Iggy Pop, Robert Smith von The Cure, Blixa Bargeld, Sadé und Gruppen wie die Pretenders, Depeche Mode, die Ärzte, Einstürzende Neubauten werden in ungewohnten Augenblicken gezeigt: beim Fegen, Aufräumen, Chillen, der Vor- und Nachbereitung eines Gigs, hektisch überdreht, erschöpft oder einfach nur relaxed. Das Auge der Kamera scheinen sie nicht zu bemerken, zu konzentriert sind sie auf sich selbst.

Was bedeuten die 80er in der Musikgeschichte hat Torsten Obrist sich gefragt und parallel zum Folkwang Museum eine Ausstellung organisiert, “Flashback /Echo“, die exemplarisch das Werk Wolfgang Burats untersucht. Der 1955 in Osnabrück geborene Künstler, Mitbegründer und Mitherausgeber der Musikzeitschrift “Spex“, hat die 80er Jahre erlebt, verfolgt und ins Bild gesetzt und dabei selber stilprägend  gewirkt, indem er am Mainstream vorbei fotografierte. In Schwarzweiß-Bildern, die die Helden nicht in Szene setzen, sondern mit Bezug auf deren Image, genau dieses in schnappschussartigen Bildern aufweichen und brechen. Nicht der Profi, sondern das Fallen der Maske interessierte ihn, jenseits von Glamrock und Machbarkeitswahn. Es ist eine journalistische Fotografie, ein persönlicher, ungestellter Stil, den Burat zeigt, der sich entwickelt, wenn man in stille Nischen und nicht nur auf die Bühne schaut.

Bis 14.8., GAM Galerie Obrist am Museum, Kahrstr. 59, di,do,sa 10-15, mi,fr 12-19 Uhr

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