Dienstag, 22. Februar 2011

Kaleidoscope Eyes

Kaleidoskop Augen, im LSD-Trip geweitet zum Rundumblick von 360Grad! Welch Bewusstsein beschleunigende Perspektiven wären damit erreicht, welch eine Wahrnehmung, die die Welt gleichzeitig und nicht im sukzessiven Nacheinander zeigt!
Über Kaleidoskop Augen scheinen auch die ausstellenden Künstler zu verfügen, holen sie sich doch, scheinbar beliebig, ihre Motive von überall her. Breit gefächert werden Themen und Motive in Öl und Acryl vermalt: Landschaften, Stadtszenen, Portraits, Tierdarstellungen bei Günter Sponheuer, dem Lehrer, Tierdarstellung und Abstraktionen von Städten, Kugelhaufen, Fischlaichen bei Ralf Koenemann, dem Schüler. Doch auch das Lehrer-Schüler Verhältnis ist für diese Ausstellung zweitrangig, da man malerische Verbindungen und Verweise eher vergebens sucht. Ergeben hat sich die Kombination der beiden Maler aus der Organisation der Ausstellung und der Tatsache, dass sie als "Essener Jungs", so der Galerist, mit der Stadt verbunden sind. Der Folkwang-Schüler und Preisträger Sponheuer, Mitbegründer im "Kunsthaus Essen", war lange tätig im Wirtschaftsverband bildender Künstler NRW, Koenemann, der mittlerweile außerhalb der Stadtgrenzen wohnt, schreibt theoretische Bücher über Kunst.
Bei beiden Künstlern zählt mehr die Malweise als das Motiv, die Bildoberfläche mehr als der Inhalt. Denn der, so Sponheuer, "diktiert das Bild". Ob er Grass oder Böll, Ausschnitte von Weiden oder Vorgärten, Landschafts- oder Stadtpanoramen malt, jedes Mal anders ist der gestisch expressive Farbauftrag, figurativ fast oder mit Tendenz zur verwischenden Abstraktion. Vielleicht liegt es an der Alltäglichkeit und einem gewissen Desinteresse Sponheures gegenüber dem Motiv, dass dem Betrachter der Inhalt bekannt vorkommt, so dass man ihn relativ resonanzlos auf seine Besonderheit hin befragt.
Den riesigen Elefantenschädel auf Koenemanns großformatigem, in der Oberfläche aufgewühltem Bild erkennt man nur mit Distanz. Aus der Nähe mutet die Textur wie die einer eruptiven Kraterlandschaft an. Dunkel, brodelnd, glühend, bis zum Bersten gespannt, mit Öl, Lack und verbranntem Material getränkt, was sich chemisch abstößt, aber auf der Leinwand verbindet. Daneben gibt es die in der Oberfläche beruhigten, aber in der Fülle autonomer Details berstenden Bilder, rotierende Galaxien, architektonische Lichtspuren von Großstädten, natürliche Strukturen, wahrgenommen aus verfremdender Distanz.

Bis 20.3. Galerie Klose, Zweigertstr. 3-7, mo-fr 10-18.30, sa 10-15 Uhr

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