Donnerstag, 31. März 2011

Krisenengel auf großem Fuß


Unter dem Titel “Machen und Tun“ stellte der von der Galerie Klose vertretene Künstler Jörg W. Schirmer eine retrospektiv angelegte Ausstellung mit fast 100 Arbeiten im Kunstforum am Kopstadtplatz vor. Vom 10.2. bis zum 13. März war die Ausstellung zu sehen, eine kurze Zeit also für den großen Transportaufwand und die gute Qualität der oft zentnerschweren, raumhohen Arbeiten aus  Holz, Birke, Tanne, Fichte, Multiplex. Daneben waren viele farbige Arbeiten in Öl auf Sackleinen, Leinwand und Hartfaser, vorwiegend aus den letzten 10 Jahren zu sehen, Skizzen, Studien und ausgearbeitete Bilder, die den Werdegang des Essener Künstlers mit typischen Themen und Motiven belegen: die auf ganz großem Fuß Schreitenden, mit langem Finger Greifenden, mit geballter Faust Nachdenkenden. Es sind Figuren, die über sich selbst hinaus wachsen, sich in den Raum oder um die eigene Achse winden, rohe Gesellen und fragile Gestalten, die gespickt sind mit ironischen Zitaten und allegorischen Anspielungen. Aus der Ameisenperspektive schrumpft der Kopf im “Pyramidischen Akt“, den der Künstler erfunden hat, um seine Figuren detailliert zu studieren. Denn naturalistisches Zeichnen, die Kenntnis von Farbe und Form wollen geübt werden und sind dem Lüpertz-Schüler trotz hochtalentierter Ahnenschaft nicht in die Wiege gelegt. Sein Ururgroßvater Johann W. Schirmer (1807-1863) war bekannter Landschaftsmaler und Gründungsvater der Karlsruher Kunstakademie. Der 2007 entstandene Zyklus “Zukunft braucht Herkunft“ ist der künstlerischen Herkunft als Hommage gewidmet. “Weibliche Aktfiguren in knallrosa, grün oder blau schreiten - natürlich auf den großen Schirmer-Füßen - durch arkadisch anmutende Landschaften, die wie Werk-Zitate Johann Wilhelms wirken.“ Humorvolle und ironische Sichtweisen beinhalten sie.

Forum Kunst und Architektur, Kopstadtplatz

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