Donnerstag, 7. April 2011

Schwimmer und die Schönheit von Einsamkeit

Accrochage bedeutet die Hängung von Bildern aus eigenem Bestand, im Museum oder einer Galerie, mit dem Ziel, den Dialog der Bilder oder den Blick auf die eigene Sammlung neu zu beleuchten. In der Galerie Schlag präsentiert sich eine Sammlung mit fast 40 Arbeiten, nicht alle sind aus der Galerie. Eine Verkaufsschau für den gefüllten Geldbeutel und den Genießer guter, mit einer Prise erotischer Angstlust gewürzter Kunst. Mit 75.000 Euro liegt eine kleinformatige Schwarz-Weiß Fotografie (19 /13 cm) Cindy Shermans gut im Rennen, ebenso wie die rücklings taumelnden Großstädter von Robert Longo, ein Vietnam-Multiple von Wolf Vostell  oder ein abstrakter Mark Francis.
 
Im oberen Stock ist der Chinese Zhang Jian mit Landschaften von Houhai und dem Tian An Men Square zu sehen. Vier Stunden mit des Vaters Fahrrad, aber ohne dessen Wissen fuhr er allein dorthin, überwältigt von der Größe, der Berühmtheit, den Farben des Platzes. Zwanzig Jahre später schrumpft dasselbe Motiv zu einem kleinen roten Fleck am Horizont seiner Bilder. Abstrakte, weich verwischte Bilder, in denen der in der Nähe Pekings lebende, international bekannte Künstler die chinesische Tradition figurativer Malerei ebenso hinter sich lässt wie seine eigenen frühen Bilder in zeichenhaft abstrahierten impressiven Stil.
Ästhetisierte Images einer Landschaft schafft er nun, in harmonisch hellen, freundlichen Tönen und reduzierten Motiven. Einzelne Schwimmer im See, emotionslos gegen das Wasser Kämpfende malt er winzig klein und aus großer Distanz. Die "Schönheit von  Einsamkeit" verdichtet er zu einer Ästhetik, die fremdartig entrückt erscheint.

Bis 29.4., Galerie Schlag, Meisenburgstr. 173, di-fr 14-19, sa 11-16 Uhr

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