Samstag, 24. September 2011

Buddha und die Affen ... die Ruhe und das Toben im Werk des chinesischen Künstlers Zhu Xianwei


Ist das Denken ein wilder Affe und Buddha die Erleuchtung, so sind dieseBilder die Gedanken eines respektlosen Zen-Schülers über die Welt.

Zhu Xianwei greift das Ideal der Leere auf, um es mit Assoziationen zu füllen: pop-artige Traumfragmente aus der Kindertagen, poetische Sehnsuchtsphantasie und irdischer Wirklichkeitssinn gehen Verbindungen ein mit Zitaten aus der chinesischen und europäischen Kunst und werden aufgemischt zu einer expressiv surrealen Bildsprache der unverkennbar eigenen Art. Logik, Kausalität, Anfang und Ende? Der Weg zum Berg der Erleuchtung ist weit. - Also ist der Weg das Ziel und die Gesetze der Welt
werden im Werk des chinesischen Künstlers auf wunderbare Weise von ihrer Schwerkraft befreit.

Aus Grauschleiern tauchen wie Kobolde farbige Motive auf. Wie die Affen im Bild taumelt der Betrachter davor durch die Zeit, besteigt den Berg der Erkenntnis und stürzt die Klippe zur Wirklichkeit hinab, verfolgt von einem visuell visionären Erinnerungsschub. Ein Affenhaupt mit Krawatte, ein Jackett ohne Herr, ein feister Buddha, ein Panzer, Berge, Landschaften mit Spielzeugautos, dazu Gewehrkolben, die ballern, Kanonen, die schweigen, Kampfflieger und Mickey Maus inszeniert als Revolvermann. Dazwischen eine Rose, ein Fernrohr, ein Esel, eine schlafende Katze oder ein verdorrter Baum, an dem eine Damenhandtasche hängt. Schwindel erregend ist die Fülle der Motive, ohne jemals das Bild zu überfrachten.

Wer will, kann die Bilder lesen: als Persiflage, als Geschichte, Phantasie oder Albtraum der Gegenwart. Man kann barocke Kompositionen erkunden und die Logik der Symbole rational fundieren. Wer so verfährt, stößt schnell an die Grenzen der eigenen Denkeskapaden. Wer das nicht will, geht einen anderen Weg: Er genießt die Bilder, die Farben, die dissonant synchronisierten Gedankenfetzen und den Humor, mit dem man sie in satter Malweise vorgeworfen bekommt. Hingehen und genießen!

Bis 9.9.2011, kunst-raum Schulte-Goltz und Noelte, di-fr 12-19, sa 10-16 Uhr, Rüttenscheider Str. 56

Parallel findet in den Scheid¹schen Hallen in Kettwig eine Ausstellung mit japanischen Portraits des Fotografen Wolfgang Kleber statt und in der Galerie in der Huyssenallee 85 zeitgenössische Malerei und Art Deco.

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