Samstag, 28. Januar 2012

Stellen Sie sich vor:


Sie haben eine Abschlussprüfung und schließen sich zur Vorbereitung ein, mehrere Tage lang mit einem unbekannten Partner in derselben Situation.


So taten es Ellen Dederichs und Mike MacKeldey, damals Abschlussabsolventen bei Volker Braun an der Düsseldorfer Kunstakademie. Anstrengend war es, doch heraus kam etwas, was beide Künstler überraschte: eine neue Arbeitsweise und eine gemeinsame Bildsprache, deren Resultat derzeit nicht steuerbar ist, weil es sich ergibt aus einem assoziativ automatisierten, halb bewussten Schaffensprozess. Das surreal fantastische Ergebnis kann man in der Galerie Klose bestaunen auf großen und kleinen Bildern, wo jeder Qudratzentimeter lebt!

“Vorsicht Schweisshund“, Achtung “Wurstgesicht“, es geht los! Nachtgestalten, Ungetüme, Feuer speiende Dämonen, reißzahnige Flügel, Fabel-, Misch- und Monsterwesen tummeln sich dort. Sie jagen, fliegen, schießen durch luftige Landschaften, die traumhaft aufgeladen sind von Feen, Mädchen und langbeinigen Lolitas, die Spielzeuglokomotiven fahren, Schweisshunde an der Leine führen und sich über grünsumpfige Gewässer gondeln lassen. Alles ist möglich, alles erlaubt in diesen traumatisch dampfenden Wald- See- oder Stadtlandschaften, in denen Menschen mit verbundenen Augen auf den Spuren der Romantik Sehnsüchte der Kindheit suchen, natürlich immer vergebens. Die psychologisch brisanten Orte wirken magisch - wie Kulissen, die ihre Sinnsucher schlucken und den rätselnden Betrachter unwiderruflich auf sich selbst und in seine Schranken verweisen. Erklärt werden wollen diese Bilder nicht, man soll sie erleben, entdecken, befragen und sich mit ihnen auseinandersetzen.

Die Malweise, das Prozedere der beiden, die mittlerweile ein Paar sind, ist wagemutig. Ellen Dederichs hat sich - als neue, spielerisch konstruierte Identität? - kürzlich den Kunstnamen Ellen DeElaine zugelegt. Man stelle sich vor: Sie malt illusionistisch zarte, weich fließende Landschaften und lässt es zu, dass Mike MacKeldy künstlerisch interveniert: mit expressiv hingeworfenem Farbauftrag, konzeptlos, spontan und brutal aus dem Bauch und so die Träume und Traumlandschaften mit Monstern belebt und sie dadurch schwer verdaulich macht. Sie antwortet, er reagiert und umgekehrt, was zählt, ist das gemeinsame Resultat. Mike MacKeldy und Ellen DeElaine sind derzeit schwer gefragt ­ hingehen, schauen, sich überraschen lassen!

Bis 26.02.2012, Galerie Klose, Rüttenscheider Straße 221, mo-fr 10-18.30, sa 11-15 Uhr

29.01.2012, Stefan Geisler im Forum Niederberg, Velbert, Oststraße 20, mo-fr 9-12, mo, di, mi 13-15, do 13-18 Uhr


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen