Freitag, 30. März 2012

Jürgen Kramer Vom Jasagen


Eine Retrospektive mit Bildern von Jürgen Kramer wird in der Galerie Klaus Kiefer gezeigt, eine Ausstellung, die der Künstler nicht mehr begleiten kann, da er unerwartet im Alter von 63 Jahren am 22.11.2011 in Gelsenkirchen verstarb. Kramer formuliert in seinen Bildern Visionen des Todes und der Vergänglichkeit. Dunkle monochrom wirkende Tableaus mit schemenhaften weißen Figuren, die verschwommen,  manchmal zart oder gar tröstend wirken. Der in Gelsenkirchen geborene Künstler lebte immer “bewusst mit dem Sterben³, es gehörte seiner Meinung nach “zum Menschen dazu³.

Der einstige Meisterschüler von Joseph Beuys gab seinen ursprünglichen Beruf als Kunstlehrer auf, um sich konzentriert seiner Malerei zu widmen. Der Focus seines Schaffens galt den Themen Tod, Sterben und Lebensangst, Themen, die er mit unglaublicher Direktheit anging. Seine von Düsternis und Verzweiflung geprägte Bilderwelt lädt nicht zur schnellen Annäherung ein, sondern verstört und fasziniert zugleich. In einer späteren Phase kommen hellere und kräftigere Farben auf die Leinwand. Auch taucht immer wieder die Figur des Engels auf, der tröstet und beschützt. Doch selbst auf den freundlicheren Bildern lauern im Hintergrund Melancholie und das Wissen um die eigene Vergänglichkeit.

Von 1998 bis 2002 ging Jürgen Kramer in die innere Emigration. Danach übernahm er bis zu seinem Tode die Tätigkeit als Kurator des Forums Bergmannsglück in Gelsenkirchen.

1948 in Gelsenkirchen-Schalke geboren, 1969-1974 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys, Meisterschüler, seit 1974 Reisen in die Provence zum Montagne Sainte-Victoire, 1985-1989 Atelier in Essen, seit 1990 wieder in Gelsenkirchen, 1993 Reise ins Erzgebirge und nach Böhmen, 1998-2002 innere Emigration, seit 2004 Kurator des Forums Bergmannsglück in Gelsenkirchen, verstarb am 22.11.2011 in Gelsenkirchen.

Bis 22.4.2012, Klaus Kiefer, Rüttenscheider Straße 56, di-fr 11-18.30, sa 10-14 Uhr

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