Freitag, 27. April 2012

Abstraktion in Malerei und Skulptur

Nach der großen Ruhrgebietsschau folgt die große Abstraktion. Die Konzentration auf ein Thema, die sorgfältige Auswahl der Positionen, die man zusam-menführt, und deren präzise Präsentation in groß-  zügigen Räumen ermöglichen auch dieses Mal  hohen Kunstgenuss in der Galerie Frank Schlag.
 
Beide Künstler hat der Galerist schon vor Jahren ent- deckt, beide sind über die Grenzen hinaus und in Museen bekannt und alle drei wollten die gemeinsame Schau, die bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsame ästhetische Positionen zeigt: Hinterglasmalerei von Michael Jäger, Skulptur, Zeichnung und Malerei von Jo Schöpfer. Beide Künstler erkunden den Raum, beide umkreisen Fragen der Architektur.
Der in Berlin lebende Jo Schöpfer, auch Kunst- historiker und Architekt, stellt Arbeiten aus drei Werksequenzen vor. Monochrom eloxierte Aluminium- tafeln ergänzen sich zu Tableaus, deren Abstände und farbige Nuancen den Eigenraum der Kunst und den des Betrachters thematisieren. Mit dem Licht und jeder Bewegung des Betrachters vor dem Bild verändert sich, was man sieht, ebenso wie bei den Aquarellen mit kristallin architektonischen Formen  und den Skulp- turen, die nicht aus der Distanz, sondern nur aus der Nähe und durch Bewegung erfahrbar sind. Diese bestehen aus orthogonal und parallel zueinander angeordneten Stäben und Stegen, die kubische und organische Einheiten bilden und den Kontrast zwischen geometrischer und organischer Form zu überwinden scheinen.
Hochartifizielle Malerei hinter Glas stellt der in Düsseldorf geborene in Köln lebende Michael Jäger vor. Dabei zieht er sämtliche Register der Abstrak- tion und integriert verschiedenste Darstellungsformen in einem Bild: Zufällige, gestische, frei fließende  Farbformationen, geometrisch gezogene Linien, kantige Formen, schnurgerade wie in architektonischen Ent- würfen entstanden, kontrastieren mit amorphen Farb- spuren. Formfindung und frei fließende Farben ergänzen sich auf Flächen, die gesättigt sind und jedemElement seinen Umraum lassen. Spiegelverkehrt wird jede der komplexen Formen konstruiert und hinter Glas vermalt.
 
Bis 5.5., Galerie Schlag, Meisenburgstraße 173, di-fr 14-19.00, sa 11-16 Uhr

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