Dienstag, 10. April 2012

JÖRN GROTHKOPP - TOMORROW


Diese Ausstellung im “kunstraum³ zeigt Jörn Grothkopp nicht nur als Maler dekorativer Kois sondern als Künstler, dessen Themen breit gefächert sind. In reduzierter, sehr feinschichtiger Malweise und seriellen Bilderfolgen arbeitet er differenzierte sozialtypologische Fragestellungen durch.

Man kennt die roten Kois aus Grothkopps Bildern. Auf weißem Grund, edel, geschmeidig, elegant, ziehen diese zweifellos kostbaren Vertreter ihrer Art endlose Bahnen. In wechselnden Formationen ohne perspektivischen Raum, ja ohne dass das Element Wasser mit angezeigt ist, bewegen sie sich kontinuierlich, gelassen und ruhig. Die seltenen Zuchtkarpfen, in der asiatischen Kultur ein Zeichen für Stärke und Kraft, repräsentieren auch in Grothkopps Kunst einen übergeordneten Zusammenhang. Nämlich die natürliche Organisation der organischen Natur und der des Menschen in seinen sozialen Bezügen.


In den “Mädchenbildern³ der Serie Malina widmet sich der Maler “allegorischen Themen von Jugend und Adoleszenz³. Mit den “Vesperarbeiten³, den Tischansichten mit angedeuteten Mahlzeitresten erneuert er die Gattung des Stilllebens und die diffus wahrnehmbaren Ansichten weiblicher Körper setzen neue Akzente in der Aktmalerei.

Fast mystisch wirkt die Malweise des in Rügen geborenen Meisterschülers von Max Uhlig  in den preisgekrönten Landschaften aus der Provinz Rogaland in Norwegen. Blauweiße, verschneite, weich geschwungene Berge liegen da, schimmern vielschichtig  und verändern sich mit dem geringsten Lichteinfall. Plastisch werden sie bei Dunkelheit, flächig im taghellen Gegenlicht. Es sind Chiffren, die in ihrer menschenleeren und monumentalen Wirkung den Vergleich mit C.D. Friedrich nicht zu scheuen brauchen.

Ein klein wenig heimeliger muten die Panoramen norwegischer Häuser an. Aber auch sie sind nicht Abbildungen der Wirklichkeit, sondern in der Zeit gefrorene Gesellschaftsansichten, die in menschenleerer Architektur und kühlem Licht Aspekte des sozialen Lebens im hohen Norden widerspiegeln.

Bis 30.4.2012, kunst-raum Schulte-Goltz+Noelte, Rüttenscheider Str. 56, di-fr 12-19, sa 10-16 Uhr


In der oberen Etage des “kunst-raums³ werden in intensiver Farbe neue Arbeiten unterschiedlicher Künstler der Galerie gezeigt. Alpay Efe, Martin Herler, Matthias Köster, Derek Curtiz, Günter Beier Vittorio Zambardi, Holger Kurt Jäger, Lioba, Wolfgang Kleber, Soin Lee, James Larsson und dem jüngsten Künstler der Galerie Felix Gärtner.

Besonders erwähnt sei die umfangreiche Ausstellung mit 70 Arbeiten des Künstlers James Larssen in der BASF Kunsthalle in Schwarzhalde bei Dresden.

Nicht versäumen sollte man den Besuch der Galerie Goltz in der Huyssenallee 85, denn hier geht unter dem Titel “Eklektik³ die Ausstellung von Jörn Grothkopp weiter mit Kunst des 17. bis 19.Jahrhunderts und anderen Künstlern der Galerie.

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