Mittwoch, 30. Mai 2012

Armin Hartenstein in der Galerie Obrist

Nach Martin Schwenk zeigt die Galerie Obrist mit Armin Hartenstein wiederum eine hochaktuelle Bildhauerposition, wenngleich der Künstler sich selbst eher als Maler versteht. Diese Bezeichnung greift aber zu kurz: Berge, Vulkane, Calderas werden aus ihrem landschaftlichen Kontext isoliert, und skulptural als Wandrelief inszeniert. Der Bildumriss markiert den Umriss der Bergformation, der Bildträger ragt auf verschiedene Weise in den Raum. Und schließlich illusioniert die Malweise selbst Räumlichkeit.

So ist Hartenstein "Bildhauer" im eigentlichen Wortsinn: In seiner kleinformatigen Serie "Mes Amis de Emmanuel Bove" bearbeitet er gefundene Bruchstücke aus Sperrholz, Karton, Linoleum, Kunststoff und anderen Materialien, bricht Stücke ab, fügt andere hinzu. Gleichzeitig setzt er illusionistische Zeichnungen und Bemalungen auf das Werkstück, mit denen Landschaften oder Landschaftsausschnitte assoziiert werden. In einem offenen Dialog von Malerei und plastischem Arbeiten entsteht das Werk. In dieser Mittelstellung zwischen Malerei und Bildhauerei hinterfragt Hartenstein permanent die Grundlagen beider Gattungen. Der Betrachter ist ständig in der Position, seine Vorstellung und Erfahrung von Landschaft zu überprüfen, sich in diese hinein zu vertiefen. Dabei bieten die Werke in ihrer Reduziertheit immer wieder Überraschungen, und sind in der Lage, Blickwinkel und Vorstellungen zu verschieben.
Armin Hartenstein wurde 1968 in Schwenningen geboren, und studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Walter Nikkels. Sein Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, hervorzuheben sind seine Einzelshow auf der Art Cologne 2009 im Rahmen der „new positions“, und seine Ausstellung im Museum of Contemporary Art, Seoul, 2010.

Bis 30. Juni 2012, Galerie Obrist, Kahrstrasse 59, 45128 Essen, 0201 72 66 203, Mi-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr

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