Dienstag, 29. Mai 2012

Weibsbilder in der Galerie Klose

“Weibsbilder³ Nr.3 werden in der Galerie Klose gezeigt, dieses Mal rebellieren sie. 12 Künstlerinnen stellen Bilder aus, auf denen man die Revolutionen auf den ersten Blick nicht sieht. Manche wirken aggressiv und aufgewühlt, andere ausgewogen und klar. Einige formulieren das Thema Weiblichkeit explizit, andere wenden sich gesellschaftlichen und kunstimmanenten Themen zu. Kurzum nicht alle, aber die meisten Arbeiten wirken, als könnten sie auch aus männlicher Malerhand entstanden sein.
Worin also bestehen die “revolutions³, die der Ausstellungstitel verspricht? Es sind die weiblichen Rollenbilder, die aufgebrochen gehören, da sie in der Kunst verborgener als im Alltag verankert sind. Auch wenn die Ideologie der Frauenbewegung hinter uns liegt, sind es die vielen unbemerkten Zuschreibungen, die weibliche Identität prägen, gewollt und ungewollt.
 
Hier also kommen die Frauen zu Wort. Sie zeigen die Vielfalt ihrer Themen und Ausdrucksweisen und formulieren ein sehr selbstbestimmtes Verständnis von Weiblichkeit. Es geht um Einblicke in moderne Rollenbilder und die Frage auch, was hat die Frauenbewegung der Kunst Neues gebracht?
 
Neu sind Monika Thieles Fadenbilder, die aus unendlich vielen feinen farbigen Fäden kreuz und quer über die Leinwand gespannt bestehen. Der Mythos “Leda mit dem Schwan³ gehört seit der Antike bis zur Moderne zu den bizarrsten Verführungsszenen, die die Kunstgeschichte kennt. Monika Thiele entkleidet sie einmal mehr, um hinter aufgeladenem erotischen Schwulst eine zärtlich unschuldige Begegnung zu sehen.
Opulent offensiv nimmt sich dagegen  Erotik bei Justine Otto aus. Neu im Programm der Galerie zeigt die Künstlerin auf dem Bild viel Fleisch. Tierisches, darin ein Messer steckt, fruchtiges als Stillleben, Bein und Haut von Frauen, die in surrealem Raumkontext drapiert lustvoll posieren. Opfer sind sie gewiss nicht. Eine Neuentdeckung ist auch Esther Miranda Carrido. Geheimnisvolle Menschenmengen betonen die Vereinzelung der weiblichen Protagonisten, ein Thema, das die Berlinerin Maike Gräf im Medium der Skulptur ganz anders formuliert. Ein weiblicher “Robot³ steht mit ausgestreckten Armen auf bunten Holzstücken, die aussehen wie aus dem Kinderland, aber auch architektonische Bausteine darstellen könnten. Neue plastische Wege geht auch Christa Bremer. Statt in Bronze gießt sie ihre stilisierten Frauenbilder in Plastik und Beton, was ihren Arbeiten eine eher raue Aura verleiht.
 
Bis 22.6., Galerie Klose, Rüttenscheider Str. 221 Mo-Fr 10-18.30, Sa 10-15
Uhr   

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