Dienstag, 14. August 2012

Neue abstrakte Kunst aus China

Shen Chen, 1955 in Shanghai geboren, besuchte von 1973 bis 1978 das Shanghai Art College. Nachdem er dort für einige Zeit als Lehrer tätig war, begann er an der Shanghai Acadamy of Theatre wieder Kunst und Design zu studieren. Heute lebt und arbeitet er in New York. 


Shen Chen gehört zu den bekanntesten Vertretern abstrakter chinesischer Kunst. Im Sommer 1988 entwickelte er seinen eigenen unverwechselbaren Stil und fing an großflächige Gemälde mit wiederholenden Mustern anzufertigen, indem er mehrere Farbschichten auftrug, um dem Bild Gewicht zu verleihen. Er selbst beschreibt den Entstehungsprozess als Konzept der Selbstfindung und zugleich als Teil seines täglichen Lebens, wobei die Arbeit für ihn eine Erfahrung ist, Körper und Seele zu stärken, weil Geduld und Durchhaltevermögen getestet werden. Wenn man sich seine Werke genau ansieht, kann man den langen, mühevollen Weg der Entstehung erahnen und die faszinierende Stimmigkeit der einzelnen Farben und ihrer Verläufe spüren. Die Geduld und feine Präzision, mit der sie ausgeführt sind, ziehen den Betrachter immer wieder in ihren Bann. 


Zhou Yangming will mit seiner Malerei in erster Linie authentisch sein. Er versucht nicht, den Entstehungsprozess des Bildes zu verschleiern und nur perfekte Ergebnisse abzuliefern, sondern den Betrachter daran teilhaben zu lassen. Im Rahmen der Entstehung der Arbeiten findet er zu sich selbst und die wiederholten Muster und Farben lassen deutlich erkennen, dass es ihm wichtig ist, dass der Betrachter den Arbeitsvorgang erahnen kann. Dabei ist besonders eindrucksvoll zu sehen, in wie vielen Schichten die Farben übereinander aufgetragen wurden, sodass ein höchst interessantes Zusammenspiel entsteht. Jede einzelne Farbe trägt ihren Teil zur Gesamtwirkung bei und ist bei genauer Betrachtung dennoch klar erkennbar. Die gitterartigen Muster aus unterschiedlichen Perspektiven wirken mit jedem Lichteinfall anders.

Beide Künstler haben einen wichtigen Teil zum Erfolg der abstrakten chinesischen Kunst beigetragen. Beide Künstler stellen das erste Mal in der Galerie Frank Schlag  sowie in Deutschland überhaupt aus und werden bis zum 11. August 2012 zu sehen sein. 

Galerie Frank Schlag, Meisenburgstraße 173, Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Uhr

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