Dienstag, 14. August 2012

Summer Journey

Mit „Summer Journey“ schickt uns Colmar Schulte- Goltz auf Entdeckungsreise durch sein aktuellstes Ausstellungsangebot. 38 Künstler der Galerie zeigen neue, z.T. ölfrische Arbeiten, die seit Ausstellungsbeginn verkauften sind bereits durch noch neuere ersetzt. Eine gute Gelegenheit also, sich durch ansprechende Farben und interessante Inhalte verführen zu lassen, bevor Holger Kurt Jäger auftritt: mit seiner ersten Einzelausstellung am 24.8. um 19.00 Uhr.


Gegenläufig zum aktuellen Ausstellungstrend hat Ivo Lucas die Farbe reduziert. Zwei Parkbilder zeigen englische Landschaftssujets und rufen romantische Vorstellungen auf, um sie im nächsten Augenblick zu konterkarieren. Aschenputtel staubsaugt den Park, ein Maler übermalt gemalte Bäume, der Betrachter fügt zusammen, was so  nicht zusammen gehört: unterschiedliche Motive und historische Zeiten, unterschiedliche Malweisen und differenzierte Überblendungstechniken. 

Virtuose Spiegel- und Vexierbilder werden von Jungkünstler Alpay Efe so meisterhaft auf die Leinwand gelegt, dass man danach greifen möchte. Oder nach den Augenfallen, die er ausgelegt hat in Form winziger Trompe-l’Oeil Effekte: Spickzettel des Malers und gespachtelte Ölfarbspuren. Dazu hat der 24-Jährige in traditioneller Manier eine junge Lady gemalt, die sich über Malerei und Wirklichkeit, Vorbild und Abbild, Jugend und Alter möglicherweise Gedanken macht. 

Roger Löcherbachs Beach-Runner, eine lebensgroße Holzfigur in Badehose, die  „Running Candle“, eine schmetterlingsartig maskierte Frau von Matthias Köster oder die menschlich wirkende Fotografie eines Hahns von Wolfgang Kleber, ein Portrait fast könnte man diese Arbeit nennen, stellen - wie andere Künstler der Galerie auch - die Frage nach Pop und Kunst, Wunsch und Wirklichkeit, Spontaneität und  langlebigem Masterplan. 

Historisches verbirgt sich bei Martin Herler hinter Schlieren aus Farbe, die manchen an die Bilder eines Gerhard Richter erinnern mögen. Die Ährenleserinnen von Millet scheinen auf, die Freiheit, die das Volk führt in der Schlacht um Aleppo, und ein unheimlich zwielichtiger Raum der NS-Zeit im „Raum V“,  einem Bild mit einem viel zu unscheinbaren Titel. Wunderbar mehrfarbig leuchten die monochrom verschwommenen Männer- und Frauenakte von Jörn Grothkopp, der hier wieder einmal mehr zeitgenössische Möglichkeiten zeigt, ein altes Thema zeitgenössisch zu interpretieren.
  
Bis  22. August, Kunst-raum Schulte-Goltz und Noelte, Rüttenscheider Str. 56, Di-Fr 12-19, Sa 10-16 Uhr

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