Mittwoch, 12. September 2012

Bildhauerei im Kopf

Unter dem Titel „Catalogue“ breiten Markus Hanakam und Roswitha Schuller in der Galerie Obrist bis 22. September ein Spektrum ihrer Arbeit aus. Dabei handelt es sich nicht um eine, sondern gleich drei Ausstellungen, die nacheinander im wöchentlichen Wechsel verschiedene Werkgruppen und Themenkomplexe des Wiener Künstlerpaares vorstellen.

Im Zentrum des ersten Teiles stand die Installation "White Cube mit Streusel", bei der mehr als zwei Drittel des Galeriebodens mit bunten Zuckerstreuseln bedeckt wurden. Diese Arbeit steht im Zusammenhang mit weiteren Werken, bei denen strenge architektonische Formen quasi verziert und garniert werden. Über mehrere Jahre beschäftigen sich Hanakam & Schuller bereits mit Dessertoberflächen und Toppings (Garnierungen), die sie als skulpturale Mittel untersuchen und einsetzen.
Der zweite Teil der Ausstellung konzentrierte sich mit dem Kurzfilm "Invasion", der bei PACT Zollverein entstanden ist, auf Film und Video. Zuletzt wurde dieser Film als “Jury Selection Work” beim Japan Media Arts Festival 2012 in Tokio ausgezeichnet.
Schließlich stehen Bilder im Mittelpunkt des aktuell noch zu sehenden dritten Teils der Ausstellung. Die Werkreihe "Kokomo", eine Serie von gescannten Objekten, die zunächst ganz sachlich abstrakt wirken, verrät bei genauerer Betrachtung zahlreiche Details über den Prozess des Scannens und das originale dreidimensionale Objekt..  

Die Werke von Hanakam & Schuller wurden bereits auf internationaler Bühne ausgestellt und vielfach prämiert, so auf der Biennale in Moskau, im MAK Wien und in der tokyo wonder site. Ihre Arbeit ordnen die Künstler selbst der Bildhauerei zu, allerdings  in einem erweiterten Begriff, wie er von ihrem Lehrer Erwin Wurm vorgeprägt wurde. So erklären Hanakam & Schuller: „Wir versuchen, ihn mit anderen Medien zu erweitern wie zum Beispiel Video, Fotografie und Text. Wichtig ist dabei, dass die Skulptur im Kopf entsteht und nicht haptisch zu begreifen ist.“ 

Hanakam und Schuller. CATALOGUE. Bis 22. September 2012.
Galerie Obrist, Kahrstr. 59, 45128 Essen, 0201 72 66 203, Mi-Fr 12-18h, Sa 10-16h

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