Dienstag, 4. Dezember 2012

20 Jahre Galerie Klose

34 Künstler stellen aus zum 20sten Jubiläum der Galerie Klose. Mit dem Verkauf von Grafik begann das Geschäft, bevor man auf aktuelle Malerei, Skulptur und Fotografie umstieg. Neue Aktivitäten für das kommende Jahr sind geplant, ein weiteres Engagement in Fernost und die museale Platzierung von Künstlern, mit denen die Galerie schon lange zusammenarbeitet.   

15 Jahre schon sind Max Uhlig und Titus Lerner, Repräsentaten der älteren Generation, dabei, gefolgt von Jörg Schirmer, der seit 13 Jahren in der Galerie zu Hause ist. Mit neuen skulpturalen Techniken hat er gerade einen weiteren Schritt nach vorn getan, so wie seine aus Holz geschlagenen oder in Bronze gegossenen Skulpturen. Mit ausladenden
Gliedmaßen, großen Füßen und überlangen Beinen greifen sie aus in den Raum. In farbiger Fassung fallen die nach dem Guss glatt polierten Bronzen durch ironisch ausladende Proportionen auf. Ein großer Stehender in Blau, eine kleine dicke Dame in kräftigem Pink. 
Im Kontrast dazu steht die hyperrealistische ernsthafte Bildsprache der Amerikanierin Carol Feuerman. In Kunststoff arbeitet sie Hautporen und Wassertropfen ihrer Protagonisten so illusionsgerecht aus, dass es wirkt, als wolle ihre „Schwimmerin“ jeden Moment aus der Kunst ins Leben treten. Drei ihrer Plastiken zieren mittlerweile das Stadtbild von New York. 

Figuration, viel Farbe und Expressives dominieren das Bild dieser abwechselungsreichen Schau. Bezüge stellen sich u.a. über Hängung und Formatfassungen her. Frank Jäger, Jannis Markopoulos oder Stefan Geisler nutzen das ausgewogene kleine Quadrat für die expressive Mimik von Bob Dylan oder die surreale Bearbeitung des Minotaurusmythos in figurativer Tradition. 

Als Einzelposition fällt sicherlich der Chinese Delui Lu mit technoid surrealen Großstadtbilder auf. Auf der „Bonsaiautobahn“ züngeln Bäume um rotierende Straßenzüge, öffnen sich Asphaltabgründe, die kopfüber Menschen verschlingen, während Feuersbrünste im Hintergrund flammen. Dominieren hier kraftvolle Farben, betont Ralf Koenemann in „Gorilla- und Elefantenportraits“ die Materialintensität. Angereichert mit Quarzsand, Asche und in Kollision mit aufbrechenden Schichten aus Lack lenkt die Farbe hier die haptischen Sinne des Betrachters. Ein Aspekt der in den im Licht verschwimmenden weichen Landschaften Sigrid Nienstedts oder den stilllebenartig altmeisterlichen Interieurs von Peter Handel zugunsten der Betonung des Gegenstands in den Hintergrund tritt.
 
Bis 12.01.2013, Galerie Klose, Rüttenscheider Str.221, mo-fr 10-18.30, sa 10-15 Uhr

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