Samstag, 30. März 2013

K29 präsentiert „Märchenhaft“

Mit Ausstellungen von Studierenden der Folkwang-Universität, Künstlergesprächen und Clubsessions eröffnet die K29 die Saison. Bis Mitte März zeigten Pia Kintrup und Joachim Liu Fotografien, Videoprojektionen und Installationen unter dem Titel Phantasmen, eine Ausstellung, die das Wechselspiel von Phantasie und Realität auslotet.
In den Arbeiten von Joachim Liu wird das auf den ersten Blick Gewöhnliche in neuem, phantastischem Kontext gezeigt. Objekte erscheinen fremd und nicht greifbar. Traumähnliche Sequenzen verbinden sich mit Elementen des Horrors zu   »vollkommenen Skizzen«, die sich im Kopf des Betrachters vervollständigen und immer wieder neue Deutungsebenen hervorrufen.
Auch Pia Kintrup bietet mit ihren Transformationen neue Sichtweisen auf die Dinge an. Gegenstände erscheinen deformiert, fragmentarisch oder zerstört, Einzelteile werden entfernt und durch neue Attribute ergänzt. In diesen Arbeiten befreit sie sich von persönlichen Objekten und belastetem Material. Auf den ersten Blick Unsichtbares  wird durch einen »Mangel« in der gegebenen Form verstärkt.
Hier ebenso wie in der Ausstellung „Märchenhaft“ von Sigrid Winkler zelebrieren die Künstler eine bizarre, rätselhafte Sicht der Dinge in fast puristischer Form. Reduziert auf Zeichenhaftes werden symbolisch aufgeladene Gegenstandsfragmente gezeigt in z.T. alltäglichen, jedoch glatt und clean wirkenden Materialien und sparsam gesetzten Farbakzenten. Nichts Überflüssiges, doch jede Menge Rätselhaftes bestimmt die Arbeiten von Sigrid Winkler.  Fünf Objekte nur stellt sie aus, Tisch, Stuhl, einen Bilderrahmen, der roten Wollstoff hervorquellen lässt. Konstruiertes und Gefundenes erfahren fiktive und skulptural raumgreifende Dimension.
Geometrisch klare Formen werden mit  märchenhaft anmutenden Gegenstandszeichen symbolisch aufgeladen und in einen individuell mythologischen, neu definierten Kontext transformiert. Weiß und Rot sind die Farben. Klar ist, dass leuchtendes Rot auf die imaginäre Kraft des Blutes verweist, das lebensbejahende und lebensbedrohliche Prozesse in Beziehung setzt. Es sind eigene, schmerzhafte Erfahrungen und Erinnerungen an Märchenerzählungen, die die junge Künstlerin hier formuliert. „Märchenhaft bedeutet in meiner Arbeit nicht nur ein paradiesisches Lebensgefühl, sondern steht auch für die wundersamen Wendungen im Leben. Märchen erzählen in Bildern, wie seelische Störungen durch eigene Anstrengungen und Selbstreflexion überwunden werden können.“ Und darüberhinaus weist „märchenhaft“ auch auf die Vielschichtigkeit  ihrer Arbeit hin.
bis 28.4. 2013, K29, Kreuzeskirchstraße 29,  Sa-So 12-18 Uhr u. n. V.

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