Samstag, 23. März 2013

Zeitgenössische Kunst aus China, Korea und Japan

Was zeitgenössische Kunst aus Asien ist, wie vielfältig und technisch perfekt sie sein kann, zeigt die aktuelle Ausstellung bei Frank Schlag. Mehr als 80 Arbeiten von über 40 Künstlern werden gezeigt, aus China, Japan, Korea, den Kunstmärkten, die der Galerist mit großer Kennerschaft seit über 15 Jahren Jahren verfolgt. Ein spannendes, eindrückliches Projekt ist es, das Frank Schlag mit dieser Schau realisiert. Verblüffend ist wie, asiatische Kunst einen milliardenschweren Markt aufmischt, mit lokalen Motiven und globalisierten Themen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Mandeläugige Mangas mit Wespentaille, kurvenreich und selten wenig erotisiert, sind nach wie vor ein beliebtes, immer wieder neu variiertes Motiv. Werden einige  expressiv überformt, arbeiten andere Künstler in zeichenhaft popartigem Comicstil. Takashi Murakami etwa, einer der bekanntesten Zeichner in diesem Stil, regiert sein  Imperium mittlerweile aus New York, ebenso wie Yoshitomo Nara und Hisroshi Sugito kaum noch in Tokio zu Hause sind. 


Zähnefletschende Monster und traumhafte Zauberwesen sind zu bestaunen. Expressiv ins Diabolische wenden Junghyun Yoo und Liu Yujun ihre Motive. Anmutig sanft oder mit unterschwelligem Sadismus treten Kinder in Comics und computergenerierten Ölbildern auf. Der „Dreaming Boy“ hängt neben dem „Crying Girl“. Es folgt Li Ji mit seinen „Twin Flowers“, laszive, leicht bekleidete Mädels, bei denen Sex und Gewalt nah beieinander liegen.
Grell gespachtelte Neonfarben in kalkulierten Malergesten werden kontrastreich neben einem Großformat in Schwarz-Weiß gezeigt. 36 kleinere Portraits russischer Wissenschaftler, Literaten und Musiker bildet es ab unter dem Titel „Russians made in China“.
Auch die surreal figurative Malweisen behaupten sich altmeisterlich in satirischen Portraits. Zhou Tiehai kombiniert kunsthistorische und Zitate der Werbung zu absurden Konstellationen: Kamelnasen im Königsgewand spüren mit Stolz neue Kunstinteressierte auf.
Inhaltlich konzentriert und formal reduziert scheinen die abstrakten Arbeiten aus einer meditativ geschulten Mitte zu kommen. So die unzähligen Linien und unendlich feinen Schraffuren, mit der Hand gemalt und mit dem Auge im Detail kaum wahrnehmbar.  Verblüffend, fast rätselhaft wirken Mischtechniken eines Chen Qiang, der mit Perlen arbeitet, oder die eines Yin Ge, der plastische Farbverläufe in mikroskopischen Strukturen wie auch immer auf die Leinwand gießt.
Bis 13.4.2013, Galerie Frank Schlag, Meisenburgstr. 173, Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Uhr

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