Dienstag, 25. Juni 2013

Silent Spaces

Eine sommerlich leichte Atmosphäre durchströmt das Haus, harmonisch, reduziert und von hoher Konzentration. Frank Schlag hat zwei seiner langjährigen Künstler zusammengeführt, Willie Weiner und Eberhart Ross. Plastik, Zeichnung und Malerei ergänzen sich so perfekt wie die unterschiedlich abstrakten Darstellungsweisen. Drinnen und draußen entsteht so ein bis in die Landschaft hinein kunstdurchfluteter  Raum, den der Betrachter mit Genuss erkunden kann.  
Willi Weiner, 1954 in Bayern geboren, hat in Augsburg studiert, lebt heute in Stuttgart und hat als Bildhauer seit 1979 zahlreiche Preise für sein international renommiertes Werk kassiert.

In der aktuellen, der 4. Einzelausstellung in der Galerie Frank Schlag zeigt er neue Plastiken und Zeichnungen. Besonders bekannt sind die raumgreifenden Plastiken aus Cortenstahl, aus denen er dünnwandige, z.T. farbig gestaltete Hohlkörpern formt. Die unterschiedlichsten Dinge stellen sie dar, Gefäße, Felsen oder Wasser, wobei jedes Werk eine ganz eigene, rätselhafte Ausstrahlung hat. Selbstverständlich und dennoch fremd stehen oder liegen sie da, wie vom Himmel gefallene und von kundiger Hand arrangierte Raumkörper. deren Existenz Fragen nach ihrer Bedeutung aufgibt. 

In den gestisch skripturalen Zeichnungen widmet sich der Künstler unter anderem Gedichten von Hilde Domin „Ich will Dich“ oder „Nur eine Rose als Stütze“ und den Werken von Frans Hals.
 
Eberhard Ross geboren 1959 in Krefeld, studierte an der Universität in Essen bei Laszlo Lakner und Friedrich Gräsel. Nach der Gruppenausstellung „Best of Ruhrgebiet – Top 20“ im Jahr 2012 ist dies die erste Einzelausstellung des Künstlers in der Meisenburgstraße. Zu sehen sind überwiegend Bilder aus den Jahren 2012 und 2013 aus der Serie „Speicher“ und Beispiele aus der Reihe der „Schwärme“ und „naturbezogenen Arbeiten“.

In teils stark farbige, oft monochromen Fläche, in die zu Beginn noch feuchte Farbe zeichnet und ritzt Ross feine Linien. Diese erscheinen dem Betrachter wie ein dichtes, abstraktes Geflecht oder die Reihung oder Schichtung nicht dechiffrierbarer Zeichen. Dabei geht es ihm um den Zusammenhang intuitiv erfahrener Strukturen und deren Bedeutung, um ihr spontanes Auftauchen in der Natur und in der menschlichen Wahrnehmung. In klein- und großformatigen, klassisch anmutenden Bildern hält er sie mit Öl auf Leinwand zur langsamen, detaillierten Anschauung fest. 
 
Bis 6.7.2013, Galerie Frank Schlag & Cie., Meisenburgstraße 173, Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Uhr

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