Samstag, 22. Juni 2013

Yun A Shim & Michael Wernitz : Scheinbar

K29 präsentiert Yun A Shim und Michael Wernitz- Diplomant und Absolvent der Malerei Klasse von Prof. Ute Pleugar an der Burg Giebichstein Kunsthochschule Halle. Yun A Shim, sie ist Koreanerin, und Michael Wernitz widmen sich der Malerei im klassischen Sinn. Mit traditionellen Techniken und Mitteln erzeugen sie faszinierende bildnerische Irritationen, die ihre Kunst im 21. Jahrhundert verortet.
Dem Betrachter zeigen sich schwer erschließbare Szenen – eingehüllt in Schwarz. Amorphe Formen und treppenartige Strukturen schweben und verschwinden in einer unbestimmbaren Weiten von Raum und Zeit. Halt durch Bildraum und definierbare Gegenständlichkeit findet man nicht, stattdessen Fragen, die keine Antworten, sondern die Haltung des Suchens als einzige Form der Annäherung festschreiben. 

Gibt es überhaupt eine gewollt erkennbare Realität in Bildern? Oder verharrt der Betrachter nicht immer in den bewusst ausgeworfenen Leerstellen und schwarzen Löchern der Realität? Diese Malerei jedenfalls, die aus der Distanz perfekt wie Fotografie wirkt, ist die einzige, definierbare, aber nur im Unbestimmten verortbare Realität. Die Richtschnur der Dechiffrierung ist die Haltung des Suchens. Denn beiden Künstlern geht es um das Ausloten malerischer Grundprinzipien in einer beständigen Befragung und Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. 

Was ist Malerei? Was ist ein gemaltes Bild? Eine illusionistische Fläche? Ein Gegenstand? Eine Darstellung, Beschreibung oder Erzählung? Ein System, ein Modell, Abbild, Nachbild, Bearbeitung und Verfremdung der Wirklichkeit? So viel ist sicher: Sie bleibt Erfindung und manifestiert sich im Fragen, sie entspringt der Haltung des Suchens und entwirft Hypothesen.  Aber sie verweigert Antworten – die das Suchen möglicherweise beenden würden.
 
Yun A Shim, geb. 1978 hat in Seoul studiert und seit 2008 bei Ute Pleuger in Halle, wo Michael Wernitz, Jahrgang 1980, seit 2010 eine Assistentenstelle im Bereich Malerei bekleidet.

Bis 30.06.2013, Öffnungszeiten nach Absprache, Kreuzeskirchstraße 29

Einen fulminanten Musikabend mit dem in Berlin lebenden holländischen Chansonnier CORNELIS VOOGDT und rundum begeisterten  Gästen gab  es am  13. Juni  bis spät in die Nacht in der Mülheimer Galerie. Die Hommage an JACQUES BREL waren heiter ironische bis melancholische Sprach- und Klangkaskaden, temporeich gesungen in bestechender Zweisprachigkeit. 

Begleitet wurde Voogdt vom Akkordeonisten Gerhard A. Schiewe aus Berlin und dem charmanten schwedischen Streichquartett MALVA aus Göteborg. Zusammen als Quintett sind sie eigentlich eine Tangoformation mit dem Namen Qui a tué le Tango und bereichern ihre Konzerte u.a. mit Tangokompositionen von Astor Piazzolla. Es war ein ganz besonderer Abend, ein besonderer Kunstgenuss, deren bestechende Klänge man zu den Bildern von Aldo Christofaro noch lang im Kopf haben wird. Eine Salonatmosphäre vom feinsten, wie man sie schon fast vergessen hat, wurde von Ricarda Fox wie von unsichtbarer Hand hergestellt. 

Galerie Ricarda Fox, Mühlheim, Liverpoolstr.15

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