Donnerstag, 4. Juli 2013

Kunst aus Korea zu Gast bei Klose


„The Color of fragrance“, die Farbe des Dufts, heißt die Ausstellung in der Galerie Klose, die zwei koreanische Künstler in sensibler Ergänzung zusammenführt. Erhabenheit und Transzendenz strahlen die Bilder aus und garantieren im Rückzug vom Außen die Ausweitung des inneren Raumes. 

So reduziert Motive und Farben, so grenzenlos sind die Erfahrungen, die der Betrachter macht, wenn er die Reise nach innen antritt. Denn diese Bilder sprechen von nichts Geringerem als von dem in Erscheinung-Treten all dessen, was ist. Schlaglichtartig werden Möglichkeiten der Wirklichkeit gezeigt, die dabei unscharf und hypothetisch bleibt.  



Unbestimmbare Gesichter, unbewohnte Landschaften und Körperfragmente tauchen  weiß aus einem schwarz schimmernden Schattenreich auf. Schwerelos wirken sie wie Chimären aus dem Nichts, in das sie bald wieder zurückkehren. Die Augen geschlossen oder lichtspaltbreit geöffnet richtet sich der Blick auf das eigene Sein und dessen existenzialphilosophische Begründung. Damit hat sich Kwang Sung Park während seines Studiums in Paris eingehend beschäftigt.   

Wolken, Nebel, Licht und andere Phänomene des Übergangs markieren am Himmel den Horizont, den des Bildes und den der Wahrnehmung. Es sind faszinierende Eindrücke von sogartiger Wirkung, ähnlich wie sie auch Sung Won Hang in ihren malerisch anmutenden Fotografien produziert.

Zehn Jahre lang hat sie Farbsequenzen, Perspektiven und Lichtverhältnisse dieser Serie variiert, ein aufwändigen, ein lohnendes Projekt, besonders in Zeiten der Bilderflut.  

„Mimesis“, d.h. nachahmende Darstellung der Natur, nennt Sung Won Hang ihre Fotografien, ein Titel, der fast wie eine wahrheitsbekundende programmatische Aussage klingt. 


Denn die Räume, die sie als Modell baut und dann fotografiert, widersprechen jeder menschlichen Erfahrung. Fensterlos, geometrisch, clean sind sie, ohne  belebte oder menschliche Spur. Reduziert auf Fläche, Maß und Form werden sie in farbige Lichtfelder getaucht, so dass reale Höhen-, Breiten-, Tiefenzuordnungen unmöglich sind. Entmaterialisiert wirken sie wie fiktive Anschauungsräume, die der Betrachter mit Assoziationen füllen kann. Oder wie Spiegelsäle, die Sung Won Hong immer wieder neu generiert.

Bis 25.7.2013, Galerie Klose, Rüttenscheider Str. 221, Mo-Fr 10-18.30, Sa 10-15 Uhr

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