Mittwoch, 14. August 2013

On the road....

Wer jetzt noch nicht in Urlaub war, der wird, sofern er kann, seine Koffer packen, spätestens wenn er die Ausstellung in der Galerie Klose sieht. „On the Road...“, so der Titel der sommerlichen Gruppenschau mit 18 Künstlern zeigt Bilder vom Unterwegs-Sein überall dort, wo es schön und angenehm ist. Einzeln und zu zweit durchstreifen Menschen Landschaften, passieren, schlendern, verweilen. Beim Baden im Meer, beim Balancieren an felsigen Küstenstraßen entlang, beim Durchstreifen von  Städten und Ortschaften, die typisiert, idealisiert und daher kaum zu verorten sind. Szenen des Alltags dienen den meisten Ölbildern, Fotografien und Plastiken als Ausgangspunkt, um einen flüchtigen Moment der Wirklichkeit zu fixieren. 

Dabei sind nur wenige Orte menschenleer.  Frank Hohmann fotografiert die Kö in Düsseldorf bei Nacht in Regen, taghelles Farblicht und tiefes Schwarz getaucht. Fassaden und verschlossene Fenster verschwimmen zu einer fremden, verlassenen  Kulisse, ähnlich wie eine Brücke in Krefeld, die Daniela Szcepanski zu blau-roten Lichtlineaturen komprimiert fotografiert. 

Neue, lebensecht wirkende Plastiken von Carol Feuerman sind frisch aus New York eingetroffen. Junge Schwimmerinnen mit geschlossenen Augen strahlen eine wohltuende, in sich ruhende Aura aus. Mit bunten Tüchern und Wassertropfen auf der Haut wirken sie lebensnah und echt wie ein selten gefühlter Glücksmoment. 

Den Moment des ins Leben Schreitens greifen auch die Arbeiten von Titus Lerner auf. Ein Mann, der sich aus ährengoldgelbem Hintergrund löst oder in ausladender Schrittstellung in Bronze gegossen steht. Kontrastreich dazu wirken die dynamischen Skulpturen von Jörg W. Schirmer. Auf kleinem, windschiefem, vierrädrigem Karren steht mit ausgebreiteten Armen eine blauhaarige Frau wie ein ironischer Kommentar des Künstlers auf die Nike von Samothrake. Die antike Siegesgöttin eine balancierende Skaterin? 

Auch in der Malerei gibt es neue Techniken mit interessanten Motiven zu entdecken. Michael Schuster schneidet menschliche Silhouetten aus Blättern. Mirinda Garrido generiert  Bilder aus Schatten mit in der Sommerhitze verweilenden Menschen in schemenhafter Struktur. Bettina Bülow-Bölls Cafészene dagegen ist menschenleer. Nur die Stühle werfen lange Schatten und erinnern spürbar an ein vergangenes oder bevorstehendes Menschengetümmel.  

Bis 4.9.2013, Galerie Klose, Rüttenscheider Straße 221, Mo.- Fr. 10-18.30, Sa. 10-15.00 Uhr   

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