Dienstag, 17. September 2013

Places I’ve been

Benjamin Nachtweys Portraits unspektakulärer Orte, Stadtszenen, Landschaften, Interieurs, sind nicht primär Abbildungen realer Gegebenheiten, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, sondern Inszenierungen der Malerei. Figurativ, suggestiv, bisweilen flächig abstrahiert sind seine Bilder aufgeladen mit der Bedeutung des Nicht Abgebildeten, mit der Magie  der Farbe und von hoher Suggestionskraft.

Den Hopper der Deutschen könnte man ihn nennen, ein Vergleich, der forsch klingen mag, dem der gebürtige Hamburger und Meisterschüler A.R. Pencks jedoch zum großen Teil standhalten kann. Auch wenn die Präsenz des Abwesenden, der großen Einsamkeit und Leere nicht so verdichtet wird wie bei seinem großen amerikanischen Vorbild, gelingt Nachtwey doch ein ganz spezifischer Blick auf die deutsche Gegenwart, einer, den niemand bisher so ins Blickfeld genommen hat.

Die atmosphärische Präsenz des Bedeutungslosen, Unspektakulären, Verlassenen, die leere Ästhetik von Tankstellen, Straßenzügen, Neontafeln ist nicht nur in den USA allerorts sichtbar, sondern in Deutschland und auch anderswo. Bei Nachtwey erweisen sich solche Realitätsausschnitte  als globalisierte Chiffren einer zivilisierten Welt, dokumentarisch und fiktiv zugleich. Sie erscheinen im Bild wie ein gefrorener Moment, eingefangen in einer besonderen, bisweilen auch melancholischen Lichtstimmung.

In großen Farbfeldern und und abstrahierten Strukturen reagiert Nachtwey auf den ihn umgebenden städtischen Raum und seine Umwelt mit ihrem atmosphärischen Gehalt. Es sind alltägliche Motive, die er aufsaugt und in vielfältigen Kompositionen variiert. Er bevorzugt groß- und sehr kleinformatige Leinwände, wobei die kleineren Werke in ihrem pastoseren Farbauftrag als ‚spontane Notizen’ aufzufassen sind, in denen ein bildnerischer Ansatz seriell behandelt wird.

Nachtweys Malerei kann man als Poesie der Paradoxen beschreiben, denn sie ist verschlossen und narrativ, realistisch und metaphysisch zugleich. 

Bis 6.10. 2013, Galerie Kabuth, Hauptstraße 51-53, 45873 Gelsenkirchen


Herzlich lade ich Sie und Ihre Freunde ein zur
VERNISSAGE
ART MEETS BUSINESS
Rauminstallationen von Clemens Weiss
auf Lüttinghof_Die Burg im Wasser

am Donnerstag, den 24. Oktober 2013 von 12:00  - 16.00 Uhr
auf Lüttinghof_ Die Burg im Wasser,  Lüttinghofallee 3-5 in Gelsenkirchen.
 
 

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