Samstag, 8. März 2014

Die Dämonie der verlassenen Räume

Klaus Ritterbuschs farb- starke Bilder, besonders die wandhohen Formate, sind beunruhigend wie Sze- nen aus einem Science-Fiction-Film. Der Betrach- ter orientiert sich in hybriden Räumen mit be- drohlichen Perspektiven, in Bildern, die Vor-  stellungen wachrufen von einer Welt, die nicht mehr existiert und nachlebt in der kollektiven Er- innerung. Eine unheimliche Atmosphäre von Ur- und Endzeitlichem rufen sie auf wie Kultstätten einer janusköpfigen Unterwelt.

"Es sind Bilder von aufgelassenen, nicht mehr gebrauchten oder verlassenen Industrieräumen, Arbeitsräumen, Werkstätten, dunklen Schächten und Kammern. Aufgegebene Industrieruinen, stillgelegte Produktionsstätten, aber auch in Betrieb befindliche Großanlagen wie Müllverbrennungswerke oder Kalkwerke inspirieren Klaus Ritterbusch zu farb- und formmächtigen Visionen, die ihre Faszination gleicherweise wie ihre Bedrohlichkeit einfangen. Dabei lassen die streng komponierten Bildflächen vibrierende Bildräume erstehen. Ritterbuschs zentrales Thema ist die von Technik, Industrie und Architektur geformte Landschaft, die - frei von romantischen Anleihen - als apokalyptisch deformiertes, künstliches Szenarium von verwirrender Faszination sich zeigt." (Anne Rossenbach, KunstZeit 1/2000)

Klaus Ritterbusch
Stationen • 1947 geboren in Bodenwerder an der Weser, 1969-74 Studium der Philosophie, Soziologie und Psychologie an der Freien Universität Berlin, Studium der Maltechnik an der Hochschule der Künste Berlin, 1972 Gründung der Künstlergruppe "Amelith", 1974-76 Waldarbeiter auf dem Rittergut Schwöbber im Weserbergland, 1978 Atelier-Aufenthalt in Amsterdam als Gast des Stedelijk Museums, lebt und arbeitet in Düsseldorf, ist in Galerien, Privatsammlungen, Museen repräsentiert.
Auszeichnungen • 1979 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1985 Bernhard-Sprengel-Preis für Bildende Kunst
Bis 30.4.14, Klaus Kiefer, Rüttenscheider Str. 56, Di-Fr 11-18.30, Sa 11-14 Uhr

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