Dienstag, 24. Juni 2014

Blaupause – Interkulturelle Fotografie von Özlem Şimşek

Interkulturelle Reflektionen fächert Özlem Şimşek in fotografischen Selbstbildern auf, die pünktlich zum Kulturpfadfest in der Galerie K29 ihre erste Ausstellung „Bilder meiner Selbst“ in Deutschland eröffnet hat.

Künstlerische Selbstinszenierung hat eine große Tradition in der feministischen Kunst von Frida Kahlo bis Irina Abramovic, die derzeit in London mit einer neuen Performance für Aufsehen sorgt.


Auch Özlem Şimşek drückt in der Übernahme ikonografischer Rollenbilder anderer Frauen einen ebenso mutigen wie auch schmerzhaften Werdegang aus. Ihre ebenso  opulent wie sachlich anmutenden Selbstporträts sind als Hommage an diejenigen zu verstehen, die sie in ihren Bilder verkörpert: Leinwandstars, Konkubinen, Revuesängerinnen, Diven aus der Zeit des Übergangs vom osmanischen Reich zur türkischen Moderne der 1920er Jahre unter Mustafa Kemal, genannt Atatürk. Şimşek deskonstruiert die weiblichen Rollenbilder männlicher Künstler und unterwandert sarkastisch ironisch das falsche Ideal eines türkischen Frauenbildes, indem es Wünsche und falsche Begierden entlarvt, die es transportiert. In dem Video „Letter“, steht sie selbst vor der Kamera posierend wie die Frauen der modernen türkischen Kunst. Mit Bezug auf Nuri Yem’s Bildvolabular von 1980 hält die Künstlerin einen Brief, sitzt an blumengedecktem Tisch, wartend auf ein Ereignis, das Leben oder Tod bedeuten kann.

Bis 25.7.2014, K29, Essen, Kreuzeskirchstraße 29, n.V. 01718350042 oder 02083787734

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