Dienstag, 3. Februar 2015

Findlinge im Schloss Borbeck



Der Düsseldorfer Künstler Nikola Ukic arbeitet als Bildhauer mit ungewöhnlichen Materialien: Polyurethan und Folien, die mit Fotografien bedruckt sind. Sein künstlerischer Ansatz liegt in dieser Zusammenführung von Skulptur, Photographie und Performanz. Er hat ein besonderes technisches Verfahren entwickelt, das seine Skulpturen einmalig macht und deren Entstehung beim Betrachten Rätsel aufgibt. 

Polyurethan ist ein Kunststoff, der sich beim Anmischen stark ausdehnt und mit körperlichem Einsatz in Form gebracht werden muss. Da er schnell aushärtet und der Künstler nicht viel Zeit hat, das sich ausdehnende Material in seine Formvorstellung zu lenken, muss die Formungsphase schnell und sicher vonstattengehen. Die Folien werden vor der Verarbeitung mit von ihm entwickelten Computergrafiken bedruckt. So dienen ihm beispielsweise Skulpturen der klassischen Moderne als fotografisches Motiv. Unschärfen, treppenförmige pixelige Linien geben den Arbeiten Spannung. Sie tauchen zwischen den runden, prallen organischen Formen, Falten und Verwerfungen plötzlich auf und verschwinden wieder. 



Nikola Ukic studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Georg Herold und an der Akademie der schönen Künste, Universität Zagreb. Er hat verschiedene Preise und Stipendien erhalten, so zuletzt den Sonderpreis der XI Triennale der kroatischen Skulptur.




Bis 15.3.2015, Schloss Borbeck Essen, Schlossstraße 101, Di-Fr 14-18 Uhr


Abb.: „Findlinge“ Zeche Carl, Essen, Anna Niedworok

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