Dienstag, 14. April 2015

Die Wege des Lichts

...so der Titel der Ausstellung, werden in der Galerie Klose gezeigt mit Arbeiten von Esther Miranda und Jesús Miguel de la Torrre. Beide untersuchen die Funktion des Lichts auf das Objekt ihrer Malerei in ganz unterschiedlicher Weise.
Öffentliche Plätze, Passanten, Straßen- Bar-, Kaffeehausszenen werden von Esther Miranda in gleißendes Licht getaucht, verschwimmen, werden verdichtet, lösen sich auf. Mit hauchdünnem Farbfluss bannt sie alltägliche großstädtische Details in kräftigen Kontrasten und lichtdurchfluteten Farben, um das Motiv dann wieder grauweiß zu übermalen. Brüche und Leerstellen entstehen, die der Betrachter fortsetzen und ausfüllen kann. Wie hinter Schleiern fängt sie Atmosphärisches ein, die Stimmung eines Moments, um ihn zu  konzentrieren zu einem Erleben des Lichts an einem sonnigen Nachmittag. 
Während Garrido ihre Szenen prall mit Leben füllt, scheint es aus de la Torres Motiven zu weichen - um sich zu surrealen Stimmungen poetisch aufzuladen. Architekturfragmente, Ausschnitte aus Kathedralen erscheinen in monochrom intensiviertem Licht, einem Licht, welches Verborgenes in Sichtbares transformiert. Schatten werden weich und greifbar fast. Ein Cellospieler, dessen Musik zu Stücken zerfällt, eine Leda, deren Schwan ein zweiter zur Seite steht. Die Verführung wird im Bild verdoppelt und der voyeuristische Gehalt der mythologischen Szene leuchtet auf in malerischem Licht. Plastische Schatten unterstreichen die geheimnisvolle Szenerie.      
Während Jesús die Magie des Verborgenen auf die Leinwand projiziert, spielt Esther Miranda mit dem Hier und Jetzt. Beide nutzen wasserlösliche Tempera mit Pigmenten zum hauchdünnen Farbauftrag, um die grob gewebte Leinwandstruktur als Konzept einer matten Malfläche durchscheinen zu lasssen. Um sichtbar zu machen, dass Malerei nichts verdeckt, sondern Subtiles aufdecken kann.
bis 18.4.2015, Galerie Klose, Rüttenscheider Str. 221, Mo-Fr 10-18.30, Sa 10-15.00

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