Donnerstag, 21. Mai 2015

Janis Markopoulos.....Formidable

Formidable, fantastisch, großartig, nennt Janis Markopoulos seine neue Schau in der Galerie Klose. Ob der Ausstellungstitel auf die Kunst oder den Gegenstand der Darstellung zielt, wird der Besucher herausfinden. Seit 20 Jahren lebt und arbeitet der in Athen geborene Schüler von K. H. Hödicke in Berlin und seine Bilder, Objekte, Installationen sind weltweit in Einzelausstellungen, Messen und Museen zu sehen.
Alte Meisterwerke aus Renaissance und Barock, von da Vinci, Dürer, van Eyck,  Vermeer sind in Ausschnitten oder Einzelmotiven zu sehen. Sie werden mit Pop-Art-Zitaten und modischen Accessoires kombiniert in prunkvoll banalem und ironischem  Gegenwartsbezug.
Ein starkes Stück ist’s, mag manch ein Betrachter denken, wie ungestört der Künstler die hohen Werke der Kunstgeschichte adaptiert! In banaler Pin-Up Manier auf samtigem Diwan räkeln sich barock anmutende Damen in Pumps und Plateaus, zeigen Brokat am BH und Bordüren am Mieder, hantieren mit zarten Händen in perfekter Maniküre oder strecken lasziv lange Beine und kurvige Taillen dem Betrachter hin. Andere posieren im klassischen Bruststück so wie die Dame mit Hermelin von Lornardo da Vinci.
Das hochgerühmte Original mit unrühmlicher Geschichte zeigt die feingliedrige Geliebte des Herzogs Ludovico di Sforza. Das pelzige weiße Tierchen im Arm dokumentiert sie ihrem Geliebten eine Geste der Keuschheit, Reinheit und Ehrhaftigkeit. Denn, so hieß es damals, ein Hermelin sterbe eher als sein Fell zu beschmutzen. Ihr Fell beschmutzten vielmehr die späten Räuber des Bildes. Hans Frank, der in Polen den Genozid der Juden organisierte, gelang es, das geraubte Bild, das auch Hitlers Begehrlichkeit weckte, bis zu seiner Verhaftung am 4.5.45   im „Haus Bergfrieden“ zu behalten. Fast 4 Monate später wurde Hans Frank in Nürnberg gehängt.
In der Adaption von Markopoulos trägt die auf 200 Mio $ dotierte Dame einen hässlichen Totenkopf. Ob man dies als freche oder sarkastische Collage begreifen mag, bleibt dahingestellt, ähnlich wie die Mona Lisa reichlich Spott über sich ergehen lassen musste.
In der Totenkopf-Serie Serie verpasst Markopulos Ikonen aus Kunst und Konsum einen Skull, klassische Madonnen werden geschönt und in malerisch perfekter Illusion inszeniert.
Bis 7.6.2015, Galerie Klose, Rüttenscheider Str. 221, Mo-Fr 10-18.30, Sa 10-15.00

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