Samstag, 27. Juni 2015

Schönheit und Dauer

Die besondere Situation des bevorstehenden Umbaus der Städtischen Galerie Schloss Borbeck bietet dem Künstler Paul Schwer die Möglichkeit einer radikalen Intervention:
Wände können durchbrochen oder verändert werden, so dass die Installation über die Grenzen des bestehenden Ausstellungs- raums hinausweist. Paul Schwer macht seine Eingriffe mit alltäglichen Materialien. Leicht wie Linien schweben seine Konstruktionen aus Neonröhren, Kabeln und Dachlatten durch den Raum, durchmessen ihn und führen die Besucher durch das Chaos von Steckern, Kabeln, bemalten Glasscheiben und Folien. Die Konstruktionen wirken fragil, mit Kabelbindern und Schrauben provisorisch in den Raum integriert. Die farbigen Neonröhren, Glasscheiben und „Baozi“, experimentelle Skulpturen aus dem Kunststoff PET-G, reflektieren das farbige Licht und bringen so Malerei als Energie in den Raum. Eindringlich beschreibt der Intendant des Bonner Kunstmuseums Stephan Berg die Wirkung des Momenthaften in Paul Schwers Arbeiten: „Mag schon sein, dass alle Lust Ewigkeit will, diese Bilder und Bildräume aber feiern die Flüchtigkeit: roh und brachial, kippend und schräg, provisorisch und ewig imperfekt. Darin liegen ihre Schönheit und ihre Dauer.“
Paul Schwer studierte Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und parallel Medizin in Strasbourg. Als Kinder- und Jugendpsychiater entwickelte er am Uni-Klinikum Essen das interdisziplinäre Kunstprojekt UNART. Der Meisterschüler von Erwin Heerich erhielt zahlreiche Preise, seine Werke sind auf internationalen Ausstellungen vertreten.
Galerie Schloss Borbeck, Schlossstr. 101, Di-So 14-18.00

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