Mittwoch, 28. Oktober 2015

Die Melancholie der Vergänglichkeit im Lebendigen

Thomas Gatzemeier wuchs in Döbeln/Sachsen auf, schloss 1971 die Schule mit der Mittleren Reife ab und wurde zum Schrift- und Plakatmaler ausgebildet. Nach Grundwehrdienst und einer kurzzeitigen Beschäftigung als Steinmetzgehilfe begann er 1975 ein Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Rink und Volker Stelzmann. Nach seiner umstrittenen Diplomarbeit arbeitete Gatzemeier von 1980 bis 1986 als freiberuflicher Künstler in seiner Heimatstadt, stellte 1984 einen Ausreiseantrag und erhielt Ausstellungsverbot. 1986 wurde er ausgebürgert, zog nach Karlsruhe und arbeitet seither dort als freier Künstler. Seit 2006 hat er ein weiteres Atelier in Leipzig.
„Meine Modelle sind meist Frauen. Oft junge Frauen. Sie sind nicht erotisch dargestellt, obwohl Erotik eine schöne Obsession in der Kunst ist, die den Betrachter als Ziel im Auge hat. Ich bezeichne meine Darstellungen eher als sinnlich. Sinnlich kann zwar auch eine Form von Erotik sein, sie ist von mir aber nicht vordergründig so gemeint – oder doch, wenn es der Betrachter so möchte. Pathetisch ausgedrückt will ich des Betrachters Sinne öffnen und das Schöne darstellen. Die dargestellten Nackten nehmen selten Kontakt mit dem Betrachter auf. Sie sind in sich. Während der andere Pol, die Begierde, ein Besitzenwollen impliziert, versuche ich Entrücktheit darzustellen. Eros und Thanatos sind die Eckpunkte, welche mein Werk mäandernd durchziehen. Die Melancholie der Vergänglichkeit im Lebendigen darstellen – das will ich“ (Thomas Gatzemeier)


"Hermann" by #Photographer HORST KISTNER - #PictureOfTheDay - ONE EYELAND 2014-11-02:










Thomas Gatzemeier im Atelier (Foto: Horst Kistner)       
Horst Kistner: Hermann


Horst Kistner, 1969 in Würzburg geboren, erlernte den Beruf eines Fotografen an der 1866 gegründeten Berufsfachschule Lette-Verein in Berlin. Danach arbeitete er 22 Jahre als Food und Werbefotograf für Verlage wie GU, Bertelsmann und Time Life in London. 2010 beendete er die Karriere als Auftragsfotograf und widmet sich seinen Leidenschaften. Er sammelt Oldtimer und Vintage Möbel, 2013 baute er die erste Installation aus gesammelten Möbeln und fotografiert in ihr ein Model. Im gleichen Jahr hatte er die erste Ausstellung in Paris. Horst Kistner ist die Ausnahmeerscheinung der deutschen Fotokunst, ein Lichtbildner alter Schule. Das Hell-Dunkel seiner Kompositionen hat engen Bezug zur klassischen Malerei, sein Auge schult Kistner an Caravaggio und Rembrandt. Motivisch inspirieren ihn die amerikanischen Filme der 1950er Jahre und Alfred Hitchcock. Unübersehbar ist auch der Einfluss der Maler des amerikanischen Realismus, insbesondere der des nicht nur durch sein Bild „Nighthawks“ weltberühmt gewordenen Malers Edward Hopper. Seine sinnlichen, oft auch melancholischen, Kompositionen sind einzigartige mit Licht gemalte Fotografien.
Horst Kistner lebt in Karlsruhe und hat ein reserviertes Zimmer in einem kleinen Pariser Hotel. 

Bis 21.11.2015, Galerie Ricarda Fox, Liverpoolstr. 15, 45470 Mülheim, Fr.u.Sa. 12-16 Uhr u.n.V.

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